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In Saarbrücken erinnert Stele an Johanna Kirchner und Marie Juchacz

Politische Kultur : Ein Denkmal für zwei todesmutige Frauen

In der Saarbrücker Bahnhofstraße erinnert jetzt eine Stele an Johanna Kirchner und Marie Juchacz.

Marie Juchacz und Johanna Kirchner boten dem Nazi-Regime die Stirn. Marie Juchacz verlor ihre Heimat, Johanna Kirchner sogar ihr Leben. In der Bahnhofstraße betrieben sie eine Pension für Flüchtlinge. Deshalb steht dort – wo einst die Pension war – in der Fußgängerzone jetzt eine Erinnerungsstele, die am Dienstag eingeweiht wurde. Marie Juchacz kämpfte gegen die sozialen Probleme ihrer Zeit als Abgeordnete des Reichstages und gründete mit Gleichgesinnten, darunter Johanna Kirchner, 1919 den „Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt“, den Vorläufer der heutigen Arbeiterwohlfahrt (Awo). Bei der Einweihung hielt Awo-Geschäftsführerin Ines Reimann-Matheis die Laudatio auf Marie Juchacz. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz würdigte Johanna Kirchner, die ebenfalls für die sozial Benachteiligten kämpfte. Beide Frauen flüchteten vor den Nazis nach Frankreich. Juchacz konnte sich nach Amerika absetzen, Kirchner wurde von französischen Polizisten an die Gestapo verraten und später von den Nazis in Berlin-Plötzensee ermordet. „Ihre Arbeiterwohlfahrt war schon damals ein Meisterwerk“, sagte Britz. Nach dem Krieg sei ihre Idee wieder aufgegriffen worden. Die Stele solle an die bahnbrechenden Impulse der Awo-Gründerinnen erinnern. Auf Tafeln ist der Lebensweg der Frauen in drei Sprachen beschrieben.