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In Saarbrücken-Altenkessel beteiligen sich Schulen und Kitas an der Malaktion

Kunst im öffentlichen Raum Saarbrückens : Hobby-Künstler sollen Verteilerkästen verschönern

’Auch in Altenkessel sollen die grauen Verteilerkästen verschönert werden. Im Saarbrücker Westen kommen keine Hochschulkünstler, sondern Hobbykünstler zum Zug.

Der Stadtteil Altenkessel soll sicherer und schöner werden. Das hat sich die Bürgerinitiative vorgenommen, die unter dem Slogan „Unser Altenkessel – sauberer, sicherer, schöner“ den Dreckecken im Westen der Landeshauptstadt den Kampf angesagt hat. Helmut Kohler hat dazu eine Idee aufgegriffen, die schon an anderen Stellen Saarbrückens das Straßenbild aufgewertet hat: die künstlerische Gestaltung der normalerweise mausgrauen Verteilerkästen. Die findet man allerorten, sie enthalten Technik für Strom, Telefon oder Internetversorgung. Und alle haben eines gemeinsam: Sie sind langweilig.

In Altenkessel seien sie schmutzig dazu, sagt Kohler und will das ändern: „Nachdem das Spielplatzprojekt abgeschlossen war, widmeten wir uns auch dem Projekt ,Kunst auf Verteilerkästen’. Für uns war ganz wichtig, dass wir mit den ,Künstlern im Stadtteil Altenkessel bleiben“, sagt Kohler. Beispiele für solche Aktionen gibt es einige in Saarbrücken und in Saarlouis wurden Verteilerkästen von Studierenden der Hochschule der Bildenen Künste Saar gestaltet. Und leider auch bereits wieder mit Graffitis verunstaltet (die SZ berichtete). In Altenkessel werden künstlerische Laien an die Sache herangehen.
„Wenn dann die Qualität nicht so ist wie die der Kunsthochschule, dann ist das nicht schlimm, aber unsere Bürger sollten sich mit den Arbeiten und den Künstlern identifizieren“, sagt Kohler.

Der Katholische Kindergarten, die Grundschule und einige Bürger hätten sich gemeldet, die sehr gerne an der Aktion teilnehmen möchten. Dabei könne man allerdings nicht einfach loslegen. Man brauche die Erlaubnis der Eigentümer der Kästen, wobei die Stadt sehr hilfsbereit gewesen sei. Die Motive, die vorher zur Abstimmung eingereicht werden müssten, dürften nicht politisch und nicht werbend sein und sollten idealerweise einen Bezug zum Ort haben. „Die erste Sichtung ist abgeschlossen. Das Stadtplanungsamt hat mehrere Entwürfe abgesegnet, die nun den Eignern der Kästen zugesandt wurden. Dieser Prozess läuft seit Wochen und zieht sich etwas hin“, sagt Kohler, der auf eine baldige Umsetzung hofft.

Der Regionalverband, ein Baumarkt und Saartoto hätten die Kostenübernahme zugesagt und so könne das Verschönerungsprojekt noch in diesem Jahr realisiert werden. Allerdings seien fast die Hälfte der Motiv-Vorschläge abgelehnt worden, weil sie Werbung für Vereine gemacht hätten. Und das sei nicht erlaubt worden. Die genehmigten Bilder würden Tennisspieler, Handballer in Aktion, einen gelben lachenden Teekessel oder andere vor allem von Kindern gemalte Motive zeigen.