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Große Polizeikontrollen
In nur einer Nacht 59 Straftäter in der Saarbrücker Innenstadt erwischt

Zahlenmäßig mit weitem Abstand größte Delikgruppe bei dem Aktionstag waren Schwarzfahrer.⇥Symbolfoto: Uwe Zucchi/dpa
Zahlenmäßig mit weitem Abstand größte Delikgruppe bei dem Aktionstag waren Schwarzfahrer.⇥Symbolfoto: Uwe Zucchi/dpa FOTO: Uwe Zucchi / dpa
Saarbrücken. Zwei Drittel der Täter waren Schwarzfahrer. Die Polizei leitete bei dem zweiten Sicherheitspartnerschafts-Aktionstag zudem 29 Ordnungswidrikeiten-Verfahren ein, darunter viele Raucher.

Nach dem zweiten großangelegten Polizeieinsatz im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt Saarbrücken und dem saarländischen Innenministerium „erneut einen positive Bilanz“ gezogen. Freitagabend und Samstagnacht kontrollierten rund 100 saarländische Vollzugspolizisten, zwei Mitarbeiter der Police Nationale Saargemünd, Mitarbeitern der Landeshauptstadt, der Saarbahn, der Bundespolizei, des Hauptzollamts Saarbrücken sowie der Zentralen Ausländerbehörde des Landesverwaltungsamts insgesamt 153 Personen und 105 Fahrzeuge. Es wurden 59 Strafverfahren (darunter 39 Mal Schwarzfahren und neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz) und 29 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, teilt das Landespolizeipräsidium mit.



Damit war die Ausbeute noch ergiebiger als beim ersten Aktionstag am 31. August: Damals wurden „nur“ 52 Strafverfahren eingeleitet, obwohl deutlich mehr Personen kontrolliert worden waren (241). Wie Straftäter ungefähr durchschnittlich in einer „normalen“ Nacht zu Samstag erwischt werden, wie hoch also die „Dunkelziffer“ ist, wenn nur routinemäßig kontrolliert wird, konnten oder wollten am Samstag weder das Landespolizeipräsidium noch die Inspektion Saarbrückien-St. Johann auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung schätzen.

Wie bereits bei dem ersten Aktionstag, standen auch diesmal bekannte Kriminalitätsbrennpunkte im Saarbrücker Innenstadtbereich, mehrere Gaststätten sowie der öffentliche Straßenverkehr im Fokus, berichtet das Polizeipräsidium. Bereits ab 18 Uhr führten Saarbahn-Bedienstete, unterstützt durch Kräfte der Vollzugspolizei, gezielte Fahrscheinkontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln durch. Die Polizei nutzte in diesem Zusammenhang zusätzlich die Gelegenheit, die Fahrgäste für das Deliktsfeld Taschendiebstahl zu sensibilisieren und hilfreiche Tipps zum Schutz des mitgeführten Eigentums zu geben. Es wurden 39 Schwarzfahrer erwischt. Diese erwartet nun eine Strafanzeige wegen des Verdachts des Erschleichens von Leistungen.

Im Zuge der Amtshilfe wurden ab 19.45 Uhr Gaststätten-/bau- und arbeitsrechtliche Kontrollmaßnahmen der Stadt Saarbrücken sowie des Hauptzollamtes in mehreren Gaststätten in der Innenstadt durch Polizeikräfte unterstützt. Hierbei konnten zehn Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz und ein Verstoß gegen die Anmeldepflicht für Arbeitnehmer festgestellt werden.

Die Vollzugspolizei legte den Schwerpunkt der eigenen Maßnahmen auf nach Auswertung von polizeilichen Lagebildern als Kriminalitätsbrennpunkte deklarierte Örtlichkeiten im innerstädtischen Bereich. Hier war es in den zurückliegenden Monaten, insbesondere in den Nachtstunden, wiederholt zu Körperverletzungen zwischen Besuchern von Kneipen und Discotheken gekommen. Die polizeiliche Präsenz wurde daher ab 19.30 Uhr verstärkt und es wurden gezielte Personenkontrollen durchgeführt. Insbesondere die dortigen Gaststätten und Diskotheken wurden verstärkt bestreift. Dabei wurde an der Johanneskirche ein Graffitisprayer auf frischer Tat beobachtet und vorläufig festgenommen. Der Täter wurde im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen entlassen. Die Ermittlungen ergaben, dass die Signatur des Sprayers, das sogenannte. „Tag“, bereits mehrfach in der Saarbrücker Innenstadt festgestellt werden konnte.

Weiterhin stand analog zum ersten Aktionstag der Bereich der Congresshalle und der Johanneskirche auf der Agenda. Dabei wurden im Bereich der Johanneskirche mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Aufenthaltsgesetz festgestellt.

Außerdem wurden Verkehrskontrollen auf den An- und Abfahrts wegen der Besucher der Saarbrücker Gaststätten und Discotheken durchgeführt. Vier Fahrzeugführer standen unter Drogeneinfluss und mussten sich einer Blutprobenen tnahme unterziehen. Die Kontrollen führten insgesamt zum Auffinden von mehreren Hundert Gramm Betäubungsmitteln. In einem Fall fanden die Beamten rund 150 Gramm in einem Fahrzeug. Daraus resultierend ergaben sich mehrere Wohnungsdurchsuchungen.

Ein Fahrzeugführer wurder festgenommen, nachdem er, da einen keinen Führerschein besaß, vor der Kontrolle zu Fuß flüchten wollte. An der gleichen Örtlichkeit wurde ein türkischer Staatsangehöriger, der aus Frankreich eingereist war,mit einem gefälschten griechischen Führerschein festgestellt. Nach Überprüfung der Person sowie der mitgeführten Dokumente ergab sich der Verdacht des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Urkundenfälschung sowie der illegalen Einreise. Der Mann wird am Samstag nach Frankreich zurückgeschoben, schreibt die Polizei.

Ein Fahrer war ohne Versicherungsschutz unterwegs. Bei 14 Fahrzeugführern ergaben sich Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

Der polizeiliche Einsatzleiter und stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Saarbrücken-St. Johann, Polizeirat Harald Groß, zieht somit insgesamt ein positives Resümee.

(lf/red)