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In der Corona-Krise nehmen viele Kinder zu - "Moby Kids" hilft

Gegen die Kilos durch die Corona-Krise : Programm „Moby Kids“ läuft derzeit nur online ab

Die Maßnahmen gegen den Virus haben unerwünschte Nebeneffekte. Ein Programm des DRK hilft zumindest Kindern.

Sämtliche Veranstaltungen abgesagt, das Sporttraining muss ausfallen, dazu kommen Homeoffice und Schulschließungen: Alles Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die zu weniger Bewegung führen. Dazu kommt das unkontrollierte Essen aus Frust oder Langeweile. Die Gewichtszunahme ist da programmiert.

Das jedenfalls legt eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ifop unter französischen Erwachsenen nahe. Ergebnis: Fast 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, während der Corona-Krise zugenommen zu haben. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) Saarbrücken warnte ebenfalls kürzlich vor diesem negativen Effekt der Infektionsschutzmaßnahmen. Demnach könnten vor allem Menschen, die erst kurz vor Krise eine Änderung ihrer Lebensweise in Angriff genommen haben, in der jetzigen Situation einen Rückfall erleiden. Und auch Katja Glöckner beobachtet diese Entwicklung. Sie ist Programmleiterin von „Moby Kids“, einem Therapiekonzept des DRK für übergewichtige Kinder und Jugendliche. Zwar könne man nach nur zwei Monaten coronabedingten Shutdowns noch keine konkreten Zahlen nennen – doch der allgemeine Trend sei nicht zu leugnen: „Es wird in der Krise anders und unregelmäßiger gegessen, oft dient Essen auch der Beruhigung der Kinder, damit die Eltern arbeiten können“, schildert sie die Lage. Das mache es schwer, eisern zu bleiben – auch für Kinder innerhalb des Programms, wobei andere die Zwangspause „sehr gut genutzt“ hätten.

Bei dem Angebot „Moby Kids“ handelt es sich um wöchentliche Treffen, in denen die Kinder von Ernährungsexperten, Psychologen und Sportlehrern betreut werden. Neben Theorie zur Ernährung und Sporteinheiten wird auch gemeinsam gekocht. Das zwölfmonatige Programm richtet sich an Betroffene zwischen acht und 17 Jahren, eine Gruppe besteht aus acht bis zwölf Teilnehmern. Normalerweise gibt es wöchentliche Treffen in Saarlouis, St. Ingbert, Merzig und Saarbrücken-Burbach, aber wegen Corona musste man auch hier umdisponieren: Momentan wird das Programm online über Videokonferenzen angeboten.

Dafür gäbe es je nach Standort sogar noch freie Plätze. Zudem werden die Kosten dafür nach einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung häufig ganz oder teilweise von der Krankenkasse übernommen.

Weitere Infos über Moby Kids:
www.lv-saarland.drk.de/mobykids