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In Burbach gibt es Probleme mit der Postzustellung

Probleme mit der Zustellung : Post-Ärger im Saarbrücker Westen

Maria Freidinger ist genervt, weil Briefe in ihrem Burbacher Friseursalon häufig nicht zugestellt werden. Die Post räumt Probleme ein.

Maria Freidinger ist seit 23 Jahren Friseurmeisterin mit einem eigenen Geschäft in Burbach. Damit sich Briefe und Pakete während ihres Urlaubs nicht in ihrem Laden stapeln, beauftragte sie die Deutsche Post, alle Sendungen zwischen dem 4. Juli und dem 23. Juli zu verwahren und erst nach ihren Ferien zuzustellen. Diesen Service biete die Post gegen eine Gebühr von zehn Euro an. „Doch als ich wiederkam, war keine Post da. Es ist nicht denkbar, dass ich in den Tagen überhaupt nichts bekommen habe. Aber selbst auf Nachfrage geschah nichts. Die Briefsendungen wurden mir nie zugestellt“, sagt Freidinger.

Überhaupt sei die Post in Burbach seit rund einem Jahr extrem unzuverlässig. Postsendungen kämen häufig nicht an. Ein Brief der Hausbank mit ihrer neuen Scheckkarte sei nicht bei ihr, sondern bei ihrem Hausmeister eingeworfen worden, dafür erhalte sie regelmäßig Post, die eigentlich für Nachbarn bestimmt sei.

„Wir hatten einen ausländischen Zusteller, der beherrschte die Sprache weder in Wort noch in Schrift. Wie soll dieser Mensch Post zustellen? Das kann er unmöglich leisten. Ich habe auch bei der Post angerufen, der Mitarbeiter wurde dann direkt abgezogen“, erklärt die Unternehmerin, die auf dem Eschberg wohnt und dort keine Probleme mit der Post hat. Als Schiedsfrau für den Bezirk Schafbrücke kümmere sie sich um Streitschlichtungen. Ihren eigenen Streit mit der Post habe sie aber nicht beilegen können. „Ich habe beobachtet, wie ausländische Postzusteller gerade mal einen Tag eingewiesen werden. Dann sollen sie alleine los. Das können die doch gar nicht schaffen“, sagt Freidinger und sieht die ausländischen Arbeitskräfte völlig überfordert. Sie freue sich, wenn Ausländer bei den Postdiensten eine Chance bekämen. Doch ohne ausreichende Sprachkenntnisse seien diese doch zum Scheitern verurteilt.

„Einer der Mitarbeiter hielt mir den Stapel hin und sagte, ich solle mir meine Post doch bitte raussuchen. Da muss man sich nicht wundern, wenn dann nicht alles ankommt“, sagt Freidinger. Sie war in dieser Sache in der Postfiliale und rief auch die Service-Hotline an. „Ich landete in Köln und bekam zur Antwort, was man denn da machen solle“, so Freidinger. Hilflos sei der Mitarbeiter gewesen, in der Sache habe sich überhaupt nichts getan. Danach wandte sie sich an die Redaktion der Saarbrücker Zeitung. Wir haben die Pressestelle der Post in Frankfurt mit dem Anliegen konfrontiert.

„Die Reklamation der Kundin ist berechtigt. Im fraglichen Zustellbezirk hatten wir, zwar nicht durchgehend, aber doch leider immer wieder einmal, personelle Probleme, die wir bedauerlicherweise nicht immer so kompensieren konnten, wie das notwendig und wünschenswert gewesen wäre“, erklärt Stefan Heß, Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group. Während dieser Zeit sei es tatsächlich auch häufiger zu Wechseln bei den Zustellern gekommen. „Allerdings haben wir mittlerweile wieder einen Stammzusteller einarbeiten können, der den Zustellbezirk nun federführend betreut, so dass wir davon ausgehen, dass die Zustellung dort auch wieder zur Zufriedenheit unserer Kunden funktioniert“, sagt Heß. Die Post bedauere die Zustelldefizite sehr und bitte die betroffenen Kunden im Namen des Unternehmens dafür um Entschuldigung. „Ihre Anfrage haben wir zum Anlass genommen, um alle am Zustellprozess beteiligten Mitarbeiter noch einmal nachdrücklich zu sensibilisieren“, so Stefan Heß.

Das Problem um die angeblich verlorengegangene Post sei nicht recherchierbar. Briefe böten keine Nachverfolgungsmöglichkeit. Man gehe aber davon aus, dass alles zugestellt sei, da man in der Poststelle nichts mehr gefunden habe. Frau Freidinger habe jetzt aber wieder einen festen Briefzusteller.