Im Saarbrücker Ludwigsparkstadion wurde das Flutlicht demontiert

Saarbrücker Ludwigspark : Da schwebten die Scheinwerfer ins Stadion

Am Montag rollte ein 210-Tonnen-Kran ins Ludwigsparkstadion. Wenig später wurde der erste der vier 37 Meter hohen Flutlichtmasten demontiert und in Einzelteilen zur Generalüberholung nach Dillingen gebracht.

Die Vorarbeiten dauerten fast fünf Stunden, der spektakuläre letzte Arbeitsschritt kaum drei Minuten. Am Montag wurde der erste der vier Flutlichtmasten des Ludwigsparkstadions demontiert und zur Wiederaufbereitung gebracht.

Um 12.44 Uhr schwebte das Stahlgerüst des Lampenkopfes mit 25 Strahlern an einem 210-Tonnen-Autokran von der Spitze des Mastes zum Boden. „Ich mache das seit über 20 Jahren“, sagte Kranführer Tobias Kay, der auch schon am Umbau des Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern mitgearbeitet hatte, „natürlich braucht man Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Vor allem aber darf man nicht hektisch werden. Dafür ist die Verantwortung zu groß.“

25 Kilo wiegt jede Lampe des Flutlichtstrahlers, das Gewicht des Metallgestänges kommt hinzu. Gehalten wurde die Konstruktion in über 37 Metern Höhe von einigen wenigen Schrauben – und das seit 1974, als die Anlage aufgebaut wurde. „Jeder Mast wird in vier Teile zerlegt, dann bei einer Stahlbaufirma in Dillingen aufbereitet. Schadhafte Teile werden repariert, Schweißnähte gegebenenfalls erneuert. Danach kommen die Teile zu einer Fachfirma nach Limbach, wo sie sandgestrahlt und mit Korrosionsschutz versehen werden. Das hält dann wieder 30 Jahre“, erklärte Bernd Weichert, der zuständige Techniker des Gebäudemanagements Saarbrücken (GMS): „Natürlich bin ich etwas nervös. Das ist ja keine Routine-Aufgabe.“

Arbeiten am Ludwigspark

Für ihn nicht, für Dietmar Kiefer und Lothar Herrmann dagegen schon. Die beiden Facharbeiter fuhren mit dem Hubsteiger in 37 Meter Höhe, befestigten dort den Lampenkopf am Kran und lösten die Schrauben. Manche mit dem Schlagbohrer – andere mit Flex und Hammer.

„Es wackelt ein wenig, aber es ist Gewohnheitssache“, sagte Kiefer, der als Fan des FCS immer im A-Block stand, zu seinem luftigen Arbeitplatz, „wir haben auch Aufträge der Dillinger Hütte, da gewöhnt man sich an die Höhe.“ Die beiden verloren auch nicht die Nerven, als der Wind stärker wurde und das angekündigte Unwetter letztlich doch am Park vorbeizog.

Nachdem am Montag der Mast hinter dem früheren D-Block demontiert wurde, sollen noch in dieser Woche die Masten hinter den früheren Blocks C und A abgebaut werden. Der vierte Mast hat Schonfrist, weil an ihm noch Sendeantennen von Mobilfunkanbietern hängen.

Die sanierten Masten sollen noch in diesem Herbst in neuem Glanz an alter Stelle wieder aufgebaut werden. Auf eine Nachrüstung mit LED-Leuchten wird allerdings verzichtet. „Das ist nicht erforderlich“, erklärte Bernd Weichert vom GMS, „außerdem sind derartige Leuchten sehr teuer.“

Nicht so teuer werden die Dächer über den Tribünen. „Die Angebote liegen alle im kalkulierten Budget“, teilte Stadtsprecher Robert Mertes mit und betonte: „Derzeit ist der Umbau im Zeitplan und Budget. Der Umbau soll Mai 2020 fertig sein.“

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