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Erziehung
Oma und Opa sind gute Pflegeeltern

Regionalverband. Im Regionalverband können etwa 1000 Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben. Der Großteil ist in stationären Einrichtungen untergebracht. Aber deutlich mehr als ein Drittel aller unterzubringenden Kinder sind vom Jugendamt in Pflegefamilien vermittelt worden. red

Wenn die Pflegeeltern im Kreis der Verwandten des Pflegekindes gefunden werden – meist sind es die Großeltern – spricht man von Verwandtenpflege.


Zu einem Fachtag über „Verwandtenpflege“ hatte der Regionalverband kürzlich ins Schloss eingeladen. Referent war Dirk Schäfer, Geschäftsführer der gemeinnützigen Perspektive GmbH, der die Verwandtenpflege im Regionalverband Saarbrücken unter die Lupe genommen hatte.

Schäfer resümierte:  „Der Regionalverband hat sich in einem Bereich, in dem es keine Standards gibt, sehr erfolgreich auf den Weg gemacht.“



Nach Angaben von Regionalverbandsdirektor Peter Gillo hat der Regionalverband seit 2015 den Bereich der Verwandtenpflege zunächst zentralisiert und dann immer weiter ausgebaut. „Deutschlandweit sind 25 Prozent aller Pflegeverhältnisse bei Verwandten angesiedelt, im Regionalverband sind es mittlerweile 44 Prozent. Die Betreuung durch das Jugendamt muss in diesen Fällen intensiver erfolgen. Dass sich dieser Einsatz aber lohnt, hat auch die wissenschaftliche Begleitung unseres Projekts gezeigt“, erklärte Gillo.

Die Auswertung der Erfahrungen im Regionalverband – so erläutert die Pressestelle des Regionalverbandes  – habe auch einige Anregungen und Empfehlungen ergeben. Zum Beispiel müssten bei Verwandtenpflegeverhältnissen die leiblichen Eltern viel stärker in den Blick genommen werden.

Auch Zusatzmaßnahmen der Jugendhilfe wie Familienhelfer oder informelle Austauschmöglichkeiten für die Pflegeeltern könnten zur Stabilisierung dieser Pflegeformen beitragen.

Dirk Schäfer hob in seinem Referat die teilweise faszinierenden Biographien der Pflegeeltern im Regionalverband Saarbrücken hervor. Oftmals seien es Großeltern, die von heute auf morgen ihre Lebenspläne ändern und ihr Leben auf den Kopf stellen, um als Pflegeeltern auf beeindruckende Art und Weise zu helfen.