Illinger Bürgermeister klagt über „Alptraum Ludwigspark“

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadion soll jetzt 46,5 Millionen Euro kosten : Illinger Bürgermeister klagt über „Alptraum Ludwigspark“

Nach dem erneuten Kostensprung beim Stadionumbau in Saarbrücken spricht der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) vom „Alptraum Ludwigspark“ – der nicht zu Lasten des übrigen Saarlandes gehen dürfe.

Armin König stand auf einer schneebedeckten Wiese, mit etwas Phantasie konnte man die groben Grashalme für einen Rasen halten. Der Bürgermeister der Gemeinde Illingen lächelte für den Fotografen, vermutlich wusste er: Mit diesem Bild würde er die endlos verrückte Geschichte des Saarbrücker Stadionbaus um eine Anekdote bereichern.

Etwas mehr als zwei Jahre ist das her, damals wollte der schillernde Lokalpolitiker den 1. FC Saarbrücken in seine Gemeinde locken, die verschneite Wiese für einen schnellen Neubau freimachen. Zu dieser Zeit sollte der Umbau des Ludwigsparks noch 28 Millionen Euro kosten – dreizehn Millionen mehr als ursprünglich geplant.

Nun hat sich König erneut zum Stadionumbau in der Landeshauptstadt geäußert, er spricht vom „Alptraum Ludwigspark“. Denn in dieser Woche musste der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) einen erneuten Kostenanstieg um 5,5 Millionen Euro einräumen, der Parteifreund von König rechnet nun mit Gesamtkosten in Höhe von 46,5 Millionen Euro. Was sagt der Illinger Bürgermeister dazu? Er fragt: „Wann hat der Wahnsinn ein Ende?“

Unzufrieden zeigt sich der Bürgermeister mit der ununterbrochenen Förderung des Ludwigsparks durch die öffentliche Hand. „Wir Gemeinden müssen um jeden Cent bei der Städtebauförderung und anderen Programmen kämpfen, wir diskutieren mit den Fördergebern über die Dicke von Baumstämmen, den Anstrich von Mastleuchten und die Quadratmeterzahl von Bodenbelägen“, beklagt König. „Saarbrücken aber sattelt fröhlich Millionen um Millionen drauf, um einen Viertligaverein zu befriedigen.“ Auch vom Umbau selbst scheint König wegen der Infrastruktur in Saarbrücken wenig begeistert zu sein. „Das ist alles Murks“, sagt er.

Was die Fördergelder für den Ludwigspark angeht, spricht König auch von einer „Fehl-Allokation“, einer falschen Zuteilung. Die Fördermittel würden „bei Schulen, Kitas, Digitalisierung, Feuerwehr und Städtebauförderung“ gebraucht. Auch erinnert er an den Vorschlag, vor seiner Haustür ein Stadion mit Stahlrohrtribünen aus dem Boden zu stampfen. So wie in Wiesbaden, wo man mit dieser Bauweise relativ günstig wegkam – mit 16 Millionen Euro, der Preisklasse also, die auch in Saarbrücken anvisiert worden war. „Aber dieser Zug ist längst abgefahren“, sagt auch König.

Wie seine Aussagen bei den FCS-Fans ankommen werden? Der Rathauschef gilt als nicht ganz unparteiisch, denn sein Herz schlägt nicht für Saarbrücken – sondern einen alten Südwestrivalen, den 1. FC Kaiserslautern.