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Hurra: Verrostete Trompeten am Himmel
Hurra! Rostige Trompeten

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Eigenartige Laute ertönen von hoch oben. Schön? Das liegt im Ohr des Hörers. Aber froh machen können sie allemal. Von Susanne Brenner

Es ist ein Geräusch, das klingt, als kratze man mit einem Löffel über eine verbeulte Waschtrommel. Oder als versuche jemand, in eine sehr verrostete Trompete zu pusten. Und doch war es jetzt das schönste Geräusch der Welt für mich. Mittags um eins hallte es plötzlich über uns.  Und am Himmel erschien eine etwas krakelig aussehende Formation von Vögeln – Kraniche.


Es wird Frühling. So recht glauben konnte man es in den letzten Wochen nicht. Der Himmel zeigt sich ja immer noch so bleiern, dass selbst die robusteste Frohnatur depressive Flecken bekommt. Und dann ist es doch wie jedes Jahr: Der Frühling schickt seine Boten voraus. Die Zugvögel kommen wieder. Was mich besonders fasziniert: Das geht seit Jahrtausenden so. Auf der Erde werden Kriege geführt, die Dampfmaschine erfunden, Wolkenkratzer gebaut, große Koalitionen geschmiedet oder auch nicht  –  die Kraniche ziehen darüber hinweg.

Unbeeindruckt von dem Unsinn, den wir Menschen da unten so anrichten, fliegen sie ihre Routen, die bald so alt sind wie die Welt. Und haben keine Ahnung davon, dass sie mit ihrem doch recht unmelodischen Getöse am Himmel einer SZ-Redakteurin im Jahr 2018 den Tag gerettet haben.