SZ-Umfrage Hohe Verbraucherpreise: Wie die Menschen in Saarbrücken sparen

Saarbrücken · Saarbrücker berichten in einer Umfrage, wie sie ihr Verhalten in Zeiten der Inflation geändert haben.

 In nahezu allen Lebensbereichen sind die Kosten gestiegen. (Symbolfoto)

In nahezu allen Lebensbereichen sind die Kosten gestiegen. (Symbolfoto)

Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Sparen oder Geld ausgeben in Zeiten der Inflation? Wir haben Passanten in Saarbrücken gefragt, wie sie auf die hohen Preise reagieren. Sandra Schuler sagt: „Um zu sparen, achte ich darauf, wo was im Angebot ist. Dass die Preise noch mehr steigen, kann ich mir kaum vorstellen. Dies wäre keineswegs mehr gerechtfertigt. Bezüglich der Freizeitaktivitäten habe ich mich noch nicht eingeschränkt. Aber ich achte auf die Preise.“ Auch die Freizeitangebote seien teurer geworden, unter anderem wegen der hohen Energiepreise. „Da ich Studentin bin, fahre ich viel Bus und Bahn. Mein Auto lasse ich deswegen lieber stehen“, meint die 23-Jährige aus Saarbrücken.

Viele lassen das Auto stehen

Bernd Müller spart mit dem Deutschlandticket: „Wir lassen, wenn möglich, das Auto stehen. Ich bin auch gerne zu Fuß unterwegs. Ich glaube, dass die Preise auf jeden Fall noch weiter steigen werden. Irgendwann sind die Verpackungen teurer als der Inhalt. Wenn ich das Auto nutze, gehe ich in Luxemburg tanken. Wenn ich einkaufen gehe, vergleiche ich vorher die Angebote. Natürlich nutze ich noch verschiedene Freizeitaktivitäten, aber wenn, dann schaue ich genau aufs Geld.“ Der 57-Jährige hofft, dass die Lebensmittel nicht noch teurer werden.

Bernd Müller    

Bernd Müller  

Foto: BeckerBredel

Florian Ruth spart, wo er kann: „Bei Freizeitaktivitäten schränke ich mich stark ein. Ich gehe lieber in einen Treffpunkt, wo man auch ohne Geld auszugeben Freunde treffen kann. Wir renovieren gerade ein Gebäude in der Futterstraße 4. Schon bald wird es eine neue Begegnungsstätte werden.“ Eine Urlaubsreise sei aktuell nicht machbar, sagt Ruth. „Um den teuren Spritpreisen zu entkommen, laufe ich viel und versuche, das Autofahren zu vermeiden. Aber auch die Bahn versuche ich, so gut es geht, zu meiden, da diese auch teurer geworden ist. Ich wünsche mir das Neun-Euro- Ticket wieder zurück“, sagt der 31-jährige Angestellte aus Saarbrücken. Anna Dörr geht nur noch in Discountern einkaufen: „Da sind die Lebensmittel noch erschwinglich. Ich kaufe viele Sachen in Second-Hand-Geschäften ein oder nutze Ebay-Kleinanzeigen, wenn ich neue Spielsachen oder Möbel kaufen will. Es muss nicht immer alles neu sein.“ Mit vier Kindern gehe sie abends nicht einfach mal essen, sondern sie kaufen etwas Leckeres ein und kochen dann gemeinsam zuhause. „Dass die Preise gestiegen sind, merkt man überall“, erklärt die 39-jährige Hausfrau.

 Annika Deutsch

Annika Deutsch

Foto: BeckerBredel

Lebensmittel und Benzin besonders teuer

Carolin Schultz    

Carolin Schultz  

Foto: BeckerBredel

Carolin Schultz überlegt sich zweimal, ob sie etwas kauft oder nicht. Und sie achtet auf die Benzinpreise: „Wenn ich tanken muss, schaue ich zuerst, welche Tankstelle am günstigsten ist. Da ich mir gerade ein Haus gekauft habe, muss ich mich zurzeit sowieso einschränken. Das Haus benötigt die ein oder andere Renovierungsarbeit und die ist wichtiger als der Eigenbedarf. Man überlegt sich, was braucht man wirklich. Besonders teuer sind die Lebensmittel und das Benzin geworden. Dass was man verdient und was alles kostet, passt irgendwie nicht mehr zusammen. Wenn es mir möglich ist, laufe ich viel oder nutze das Fahrrad, um von A nach B zu kommen“, berichtet die 33-jährige Ergotherapeutin.

Annika Deutsch achtet ebenfalls sehr auf die Preise. „Ich versuche darauf zu achten, den gewünschten Artikel dann zu kaufen, wenn er reduziert ist und versuche zu tanken, wenn es am günstigsten ist.“ Um mit den hohen Preisen fertig zu werden, warte sie zum Beispiel bei der Kleidung darauf, dass die Ware reduziert wird. Außerdem müsse sie nicht immer die neueste Kleidung haben, sagt die 30-Jährige aus Saarbrücken.