Hochschulball der Saar-Uni: Abendkleid statt Labor-Kittel

Hochschulball der Saar-Uni : Abendkleid statt Labor-Kittel

Neues Konzept, besserer Termin: Der Hochschulball der Saar-Uni zog 900 Besucher an – auch viele Studierende.

Eine moderne, funkelnde Deko mit Spiegelkugeln, Leuchtobjekten und silbernen Ballons, ein neues Konzept und ein anderer Termin – mit frischem Schwung startete der traditionelle Hochschulball der Saar-Uni am Samstagabend in der Saarbrücker Congresshalle in seine 2019er-Ausgabe. Und rund 900 Gäste tanzten ins akademische Jahr.

Bereits beim Sektempfang wurde schnell klar, dass sich dieses Mal auch das Publikum stark verjüngt hatte. Bereits im Vorverkauf sicherten sich 90 Erstsemester ihre Karten. Aber auch einige, die bereits etwas länger eingeschrieben sind, waren zum ersten Mal mit von der Partie. Wie Michelle und Michelle aus Saarbrücken, die Internationales Tourismus-Management an der HTW beziehungsweise Human-Biologie an der Uni studieren. Sie wollten an diesem Abend zusammen ihre guten Erinnerungen an den Abiball auffrischen und sich mal wieder richtig schick machen. So wie auch die Pharmazie- und Medizin-Studentinnen Celine aus Saarbrücken und Anne aus Frankfurt: „Wir stehen sonst viel im Labor und tragen immer Kittel.“ Für viele Debütanten war wohl auch der neue Termin des Balls ausschlaggebend, der nun nicht mehr in die Klausur-Vorbereitungsphase im Januar fällt.

Schon vor der offiziellen Eröffnung eroberten Alexander und Lisa Maria Karst das Parkett. Zunächst zeigten sie bei lateinamerikanischen, dann bei klassischen Tänzen ihr Können. Die beiden Geschwister sind jedoch nicht nur aktuelle Landes- und süddeutsche Meister, sondern studieren auch in Saarbrücken. Alexander an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, seine Schwester an der Saar-Uni Mathematik. Auch wenn ihr Hobby und das Fach auf den ersten Blick vielleicht als unterschiedliche Welten erscheinen, gebe es durchaus viele Gemeinsamkeiten. So habe auch das Tanzen viel mit Logik zu tun und seine festen Regeln, erklärte Lisa Maria Karst.

Der Ball sei kein Anlass für hochschulpolitische Grundsatzreden, waren sich Staatssekretär Stephan Kolling, der Ministerpräsident Tobias Hans (beide CDU) vertrat, und Uni-Präsident Manfred Schmitt einig. Letzterer beschränkte sich in seiner Begrüßung darauf, dass das vergangene Jahr eine „ziemlich aufreibende und nicht einfache Zeit“ für die Hochschule gewesen sei, in der man aber auch wichtige Erfolge feiern konnte und optimistisch in die Zukunft blicken könne.

Als wichtigen Taktgeber im Land würdigte Kolling die Hochschulen, ohne die der Strukturwandel nicht zu schaffen sei. „Wir brauchen kluge Köpfe, Ideen und junge Menschen.“ Im Übrigen wisse er als Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, dass Tanzen nicht nur gut für Körper und Seele sei, sondern auch schlau mache, scherzte er.

Lisa Maria Karst (Mitte) und ihr Bruder Alexander, Studierende und erfolgreiche Tänzer, zeigten am Samstagabend beim Hochschulball der Saar-Uni in Saarbrücken ihr Können. Foto: BeckerBredel

Nicht nur beim Konzept des Balls, sondern auch beim offiziellen Eröffnungstanz wagten sich die Veranstalter auf neues Parkett. Statt einem traditionellen Walzer stimmte die Band „Skyliner“ einen flotten Song an, zu dem mal Quick Stepp, mal Jive oder Discofox getanzt wurde. Im Gegensatz zu Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die zu ihrer Zeit als Ministerpräsidentin quasi Stammgast war und immer gerne ein Tänzchen wagte, musste Kolling als Vertreter der Politik passen: „Mir fehlt die Partnerin“, bedauerte er. Denn seine Frau war auf einer anderen, privaten Party eingeladen. Und auch SR-Intendant Thomas Kleist und seine Gattin mussten zu ihrem Bedauern dieses Jahr auf dem Parkett leider verletzungsbedingt pausieren. Während früher auch im Saal West gefeiert wurde, gab es dieses Mal „nur“ in den Foyers eine Alternative zur oft sehr vollen Tanzfläche im großen Saal. Dort heizte DJ Moh den Gästen mit aktuellen Partyrhythmen ein. Schon nach der ersten Tanzrunde konnte Manfred Schmitt eine positive Zwischenbilanz ziehen: „Der Ball ist toll besucht, es sind viele junge Leute da“, sagte er. Der zeitliche Wechsel von Januar zum Semesterbeginn habe sich bewährt. Die Veranstaltung sei zudem eine tolle Möglichkeit, den Nachwuchs ins Hochschulleben einzuführen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochschulball der Saar-Uni in der Congresshalle

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