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Hitzewelle im Saarland: Klinikum Saarbrücken meldet viele Notfälle

Wegen aktueller Wetterlage : Mehrere Hitzenotfälle in saarländischen Kliniken

Temperaturen um die 35 Grad verursachen bei vielen Kreislaufprobleme. Ärzte warnen vor langem Aufenthalt im Auto und geben Tipps zur Vorbeugung.

Die aktuelle Hitzewelle hat große Teile Deutschlands und auch das Saarland fest im Griff. Allein im Raum Saarbrücken wiesen die Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der vergangenen Woche Höchsttemperaturen von über 35 Grad auf. Nur an zwei Tagen blieb das Thermometer unter 30 Grad.

Die gegenwärtige Wetterlage belastet allerdings nicht nur die Natur und Landwirte. Besonders ältere Menschen leiden unter den hohen Temperaturen. Allein im Klinikum Winterberg in Saarbrücken gab es in der vergangenen Woche wegen der Hitze rund 20 Notfallpatienten. Die meisten eingelieferten Personen klagten über massive Kreislaufprobleme oder hatten sogar einen Kreislaufkollaps, informiert Susanne Biehl, Ärztin in der Zentralen Notaufnahme (ZNA).

Auch vor einem längeren Warten in Autos ohne aktive Klimaanlage rät das Klinikum ab. „Wir haben bei einigen Personen Überhitzung von um die 40 Grad festgestellt, das kann lebensgefährlich werden“, warnt Susanne Biehl. Mehrere Patienten wurden deswegen in der ZNA schon behandelt. Allerdings waren nur wenige Fälle dabei, bei denen so eine ernsthafte Gefahr bestand. Nur etwa die Hälfte der Patienten mussten zur Überwachung und Infusionsgabe stationär aufgenommen werden. Auch das Wochenende mit seinen Temperaturen von über 34 Grad sei ruhiger als erwartet gewesen. Offenbar würden die Menschen die permanenten Warnungen ernst nehmen und ihr Verhalten entsprechend der Temperaturen anpassen.

Dies bestätigt auch Lukas Hoor, Sprecher des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF). Obwohl der Notdienst am vergangenen Wochenende einen leichten Anstieg der Rettungseinsätze verzeichnen konnte – vermutlich wegen der Hitze –, sei dieser nicht so dramatisch wie in früheren Jahren gewesen. „Die Bevölkerung scheint sensibler auf das Thema zu reagieren als noch in den letzten Jahren“, so Lukas Hoor. Er rät dennoch zur Vorsicht. „Wenn jemand bei diesen Temperaturen über starke Kreislaufprobleme klagt oder ohnmächtig wird, besonders wenn es sich dabei um ältere Menschen handelt, dann ist der Notruf die richtige Wahl.“

Bevor es jedoch zum Ernstfall kommt, empfiehlt Gabriele Maurer, Stationsleiterin der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Saarbrücken: „Lange helle Kleidung tragen, direkte Sonne meiden und sich im Schatten aufhalten.“ Auch sollten anstrengende Aktivitäten vermieden und ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Mittlerweile ist jedoch in Sachen Hitze eine leichte Verbesserung in Sicht. Nach Vorhersagen der Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes sollen sich die Temperaturen im Saarland auf ein für diese Jahreszeit normales Maß einpegeln – und zwar unter 30 Grad.