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Hier geht was ab
Hexennacht-Partys, Maibäume und Hoffeste

 Stolz präsentiert die Freiwillige Feuerwehr St. Johann ihren selbst gebastelten Bollerwagen: (v.l.) Jan Bücheler, Sabrina Schug, Denis Rupp, Sandra Bücheler, Kevin Gaertner, Carsten Rupp und Christian Cazaux.  
Stolz präsentiert die Freiwillige Feuerwehr St. Johann ihren selbst gebastelten Bollerwagen: (v.l.) Jan Bücheler, Sabrina Schug, Denis Rupp, Sandra Bücheler, Kevin Gaertner, Carsten Rupp und Christian Cazaux.   FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken/Kleinblittersdorf. Tausende wandern und feiern in den Mai. Die Feuerwehr St. Johann hat sich einen Bollerwagen mit Blaulicht und Martinshorn gebaut. Von Heiko Lehmann und Frank Bredel

Der morgige 1. Mai,  der Tag der Arbeit, ist zugleich traditioneller Wandertag für Gruppen, Familien – und die Feuerwehr. Getränke und Proviant werden dabei meist nicht in Rucksäcke gepackt sondern in einen Bollerwagen geladen. Und so einen hat auch die Freiwillige Feuerwehr St. Johann. Allerdings ist dieser unverwechselbar. Denn Mitglieder der Wehr haben ihn über Winter zu einem stilechten „Feuerwehrauto“ umgebaut – in Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail. Der Feuerwehr-Bollerwagen wurde dem Löschfahrzeug der Feuerwehr St. Johann nachempfunden und birgt deshalb so einige Überraschungen. Natürlich hat der Bollerwagen ein funktionierendes Blaulicht und selbstverständlich ein Martinshorn – oder nennen wir es Hörnchen, denn es hat nur Fußgängerlautstärke. Hinten hat der Bollerwagen Blinklicht zur „Heckabsicherung“, wie ein echtes Feuerwehrauto. Seitlich gibt es eine sogenannte Umfeldbeleuchtung. Wenn im Dunkeln die vier Getränkekisten, die man im Bollerwagen verstauen kann, ausgeladen werden, hat man gutes Licht. Eine Innenraumbeleuchtung gibt es auch und eine Handbremse, die bei Bollerwagen nicht serienmäßig ist. Jede freie Minute wurde an dem Auto gefeilt, jetzt ist es fertig für die 1. Mai-Tour. Die führt vom Gerätehaus in der Fichtestraße zum Heinrichshaus in Von der Heydt. Nach einem Frühstück für die rund 20 angemeldeten Feuerwehrleute geht’s auf die Wanderung. Immer zwei müssen den Wagen ziehen. Löschbezirksführer Christian Cazaux: „Wir wollen die Kameradschaft pflegen und den Bollerwagen künftig auch für Werbezwecke beim Feuerwehrfest oder für Aktionen der Jugendwehr einsetzen.“ Nach der Wanderung geht es mit der Saarbahn zurück zum Gerätehaus – dann fährt erstmals in Saarbrücken ein Feuerwehrauto mit der Bahn.


Aber nicht nur die St. Johanner Wehr macht sich am Dienstag auf die Socken, um in den Mai zu wandern. Auch viele andre wollen feiern – manche sogar ohne vorher noch zu wandern.  Andere wollen nicht mal mehr bis morgen warten, sondern fangen schon heute Abend an zu feiern und machen dann durch bis in die Nacht zum Mittwoch.

Los geht es am heutigen Montagabend, 30. April, ab 17.30 Uhr in Auersmacher, wo der Heimat- und Verkehrsverein zum zweiten Mal zum Maibaumaufstellen einlädt. „In vielen Orten Deutschlands gehört das alljährliche Maibaumstellen zu den beliebten Traditionsveranstaltungen. Im vergangenen Jahr haben auch wir diesen Brauch aufgenommen“, erklärt Jochen Brandstetter von den Auersmacher Maibaummachern.



Ebenfalls heute lädt der Fastnachtsverein Blau-Schwarz die Saarlänner zum zweiten Hexenfeuer nach Bübingen. Los geht’s um 19 Uhr in der Holzäppel-Halle. Bis etwa 21 Uhr spielt die Band Hexeschuss auf der Bühne, und als Hexen verkleidete Saarlänner huschen durchs Volk. Um 21 Uhr wird auf dem Vorplatz das Feuer entfacht, und die Hexen tanzen um das Feuer. Dazu spielt die Band draußen live irische Musik. Im Anschluss geht die Party draußen und in der Halle weiter. Der Eintritt zu dem gesamten Spektakel ist kostenlos. „Wir wollen die Jugendlichen wieder hinter ihren Computerspielen hervorlocken und ihnen zeigen, wie wir früher Hexennacht gefeiert haben“, sagt Stefan Petry, der Vorsitzende des Karnevalsvereins.

Der Vormittag am Dienstag gehört wieder dem Maibaum, der in den meisten Orten erst am 1. Mai aufgestellt wird. Beispielhaft hierfür stellt der Jugendclub Bliesransbach den wohl größten Maibaum in der Region auf. 21,20 Meter misst der Bliesransbacher Maibaum, für den eine neue Ständer-Konstruktion entwickelt wurde. „Der alte Ständer hätte den neuen Baum ohnehin nicht getragen, also haben wir einen ganz neuen Ständer gebaut. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an unseren Ortsvorsteher Günter Lang und alle, die uns geholfen haben“, sagt Niklas Baqué. Der 19-Jährige ist erst seit wenigen Monaten Vorsitzender des Jugendclubs: „Der gesamte Vorstand ist neu. Wir haben uns einfach an der Projekt gewagt und mit Hilfe von Bliesransbacher Firmen haben wir nun unseren neuen Maibaumständer.“

Um zehn Uhr beginnt auf dem Marktplatz in Bliesransbach ein ökumenischer Gottesdienst, und im Anschluss wird der Maibaum gestellt. Die gleiche Prozedur spielt sich in vielen Orten im Regionalverband ab. Und danach geht es mit der Familie, mit Freunden und Bekannten auf Tour mit dem Bollerwagen. Gekühlte Getränke und ein Grill dürfen dabei nicht fehlen.

Doch Vorsicht. Zumindest in Saarbrücken darf nur auf ausgewiesenen Flächen gegrillt werden. Bis zum Jahr 2013 war das Grillen in allen Grünanlagen und Parkanlagen generell verboten, um Besucher und Anwohner vor unerwünschter Rauchentwicklung zu schützen und Schäden an Gehölzen und am Rasen zu verhindern.

Durch die neuen Bestimmungen kommen auch die Griller zu ihrem Recht. Gegrillt werden darf am Standen (Rasenfläche an der Saar unterhalb der Einmündung Obere Lauerfahrt/Am Staden), auf der Vogelinsel, in der Freizeitanlage St. Arnual (Rasenfläche an der Saar), oder auf der Hafeninsel im Bürgerpark (Fläche im sogenannten Dreieck in Höhe des Bürgerparks).

Dabei ist die Vermüllung der öffentlichen Plätze wie in jedem Jahr ein Problem. Stadtsprecher Robert Mertes: „Es hängt stark vom Wetter ab, wie viel Müll am 1. Mai anfällt. Das ist an jedem Wochenende und an Feiertagen so. Je schöner das Wetter, desto größer das Müllaufkommen. Wir bitten die Bevölkerung, die öffentlichen Abfallgefäße zu nutzen.“

Wer nicht selber grillen möchte, kann sich bei vielen kleinen Festen verköstigen lassen. Die größte Party steigt ab 11 Uhr bei den 10. Hoffesten in 20 Geschäften und Hinterhöfen in der Mainzer Straße in Saarbrücken.

So sah das vorige Maifeuer in Bübingen aus.
So sah das vorige Maifeuer in Bübingen aus. FOTO: Heiko Lehmann