Zweikampf ums Freibadgelände

2017, zehn Jahre nach der Schließung, tut sich was auf dem Gelände des ehemaligen Heusweiler Freibades. Zwei Investoren zeigen Interesse am Areal. Dem Bauausschuss stellten sie ihre Pläne vor.

Zehn Jahre war das ehemalige Schwimmbadgelände am Heusweiler Kalenberg sich selbst überlassen. Damit ist es jetzt wohl bald vorbei: Im Bauausschuss stellten zwei Investoren ihre Pläne vor. Die Schwimmbecken sollen Wohnhäusern weichen (wir berichteten). Eigentlich wollten drei Investoren den Zuschlag, doch die Saarbrücker GIU machte kurzfristig einen Rückzieher. Ein möglicher Bauherr ist eine Unternehmensgruppe um den Riegelsberger Axel Rösner und den Heusweiler Gerhard Fröhlich, unterstützt vom Köllerbacher Architekturbüro Willi Latz.

Nach dessen Präsentation soll das ehemalige Badgelände zum "Wohnpark am Kalenberger Brunnen" werden. Latz machte aber deutlich, dass teure und aufwändige Vorarbeiten notwendig sind: Der starke Bewuchs mache eine "ordnende Hand" notwendig, die Gebäude und Schwimmbecken müssen weg, Schadstoff- und Baugutachten müssen erstellt werden, 20 Meter Höhenunterschied seien zu überwinden.

Das kostet Latz zufolge eine "Summe im sechsstelligen Bereich". Für die Fläche hat Latz fünf Konzepte. Die fünf Konzepte sahen sowohl eine verdichtete Bauweise mit Einfamilien- und Reihenhäusern sowie eine vermischte Bauweise mit Appartments, Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern sowie eine eher städtische Bauweise mit nach Süden ausgerichteten, freistehenden Einfamilienhäusern vor. Die Investorengruppe bevorzugte das Konzept fünf. Es sieht drei Apartments und einen Wohnhof vor, wo jetzt die Schwimmbecken sind. Insgesamt sollen aufs Gelände insgesamt 65 Wohnungen in Einfamilien- und Reihenhäusern. Fünf Stichstraßen und Fußwege von Nord nach Süd verbinden die Baufelder. Ein "generationsübergreifender Quartiersplatz" dient als Ort der Begegnung, Spiel- oder Bouleplatz.

Die Grundstücke sind zwischen 355 und 830 Quadratmeter groß, wobei Latz betonte, dass der Trend zu kleineren und bezahlbaren Grundstücken gehe. Weil das Gelände am Hang liegt, ist auch eine Hochwasser-Rückhaltefläche geplant, eine begrünte Mulde auf der das Wasser versickert.

Die Investoren bevorzugen dieses Konzept, "weil es eine Mischung aus freistehenden Einfamilien- und Kettenhäusern ist und ein gewisses Maß an Verdichtung mit sich bringt", sagte Latz. Der Wohnhof biete eine gute Form für Wohngemeinschaften, so dass Eigentümer wirtschaftlicher bauen können.

Die zweite Investorengruppe um die Unternehmer Clemens Dahlem und Peter Strohfus hatte mit technischen Problemen zu kämpfen und konnte ihre Pläne nur mündlich vorstellen. Auch sie haben vor, das Gelände in mehrere Baufelder zu unterteilen und 40 bis 60 Einfamilien- oder Doppelhäuser zu bauen. Sie versprachen einen zügigen Beginn der Arbeiten. So könnten sie "schon morgen mit dem Abriss beginnen, da alles kostenmäßig genau durchgeplant" sei.

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