Zum letzten Mal in die Vollen

Wie so viele Vereine plagten auch den Hobbykegelclub Gut Wurf Dilsburg Nachwuchsprobleme. Die Mitglieder sind alle um die 80 Jahre alt. Jetzt ist, nach 64 Jahren, das Ende des Vereins besiegelt.

Am vergangenen Mittwoch ging der Hobbykegelclub Gut Wurf Dilsburg zum letzten Mal in die Vollen - dann wurden die Kugeln aus der Hand gelegt und das Ende des traditionsreichen Clubs verkündet. "Es tut uns unheimlich leid, aber es geht nicht mehr. Wir sind alle um die 80 Jahre alt", sagte Dieter Klein bedauernd. Sechs Sportkegler stehen dem Club derzeit noch zur Verfügung: Gerhard Dahlem (84), Dieter Klein (79), Kunibert Schneider (86), Josef Altmeyer (82), Werner Nietzel (82) und Alois Geng (77). Dahlem ist als einziger der Gründungsmitglieder noch dabei. Dieter Klein macht seit über 40 Jahren und Nietzel sowie Altmeyer seit über 30 Jahren mit.

Geburtsstunde schlug 1952

"Wenn einer von uns krank ist und ausfällt, können wir nicht antreten", erklärt Dahlem. Und seufzt: "64 Jahre gekegelt! Jeden Freitag! Das waren 64 schöne Jahre mit viel Geselligkeit." Warum der Kegelclub jetzt seine Auflösung beschließen muss, erklärt Kunibert Schneider so: "Wir haben in den letzten Jahren versucht, neue Kegler zu gewinnen. Aber bevor einer hinzukommt, sterben zwei weg."

Erinnern wir uns an die Anfänge: Der Hobbykegelclub Gut Wurf wurde an Christi Himmelfahrt des Jahres 1952 im damaligen Gasthaus Scherer gegründet (heute hat dort die Firma Automobilteile Resch ihren Sitz). Gründungsmitglieder waren Gerhard Dahlem, Winfried Schneider, Willi Schneider, Harry Krieger, Josef Neises, Gerhard Lauer, Erno Peter und Albert Ninnig. In den Anfangsjahren organisierte der Kegelclub Fastnachtsveranstaltungen im Saal Scherer, veranstaltete Familientage und stellte Vereinsmeisterschaften und Jugendmeisterschaften im Einzel auf die Beine. Ab 1956 widmete man sich parallel dazu dem Sportkegeln. 1970 bündelten die vier Dilsburger Kegelclubs (Gut Wurf, Blauweiß, Edelweiß und Neuntöter) ihre Kräfte und gründeten im Gasthaus Diehls Eck den KSC Dilsburg , der heute zu den Aushängeschildern des saarländischen Kegelsports zählt. "Gut Wurf" machte aber als Hobby-Club weiter. Jeden Freitag traf man sich von 20 bis 23 Uhr in Diehls Eck und tat etwas für die Vereinskasse: Jeder Spieler zahlte pro Abend vier Euro Festgeld sowie die verlorenen Spiele, und mit diesem Geld wurden bis heute Fahrten, Ausflüge und Feste organisiert und bezahlt. "Jetzt gehen wir noch einmal alle gemeinsam gut essen, der Rest des Geldes wird dann an jeden ausgezahlt", sagt Dieter Klein. Mit etwa 100 Euro kann jeder der sechs Kegler rechnen. Ihre Geselligkeit wollen sie aber nicht aufgeben. Dazu Gerhard Dahlem: "Mal sehen, vielleicht machen wir's wie unsere Frauen. Die haben schon vor 15 Jahren mit dem Kegeln aufgehört und treffen sich stattdessen einmal in der Woche zum Knobeln."