AC Heusweiler erwartet KSV Köllerbach : Zu Fuß zum Auswärtskampf

AC Heusweiler erwartet KSV Köllerbach : Zu Fuß zum Auswärtskampf

In der Ringer-Bundesliga erwartet der AC Heusweiler an diesem Samstag um 19.30 Uhr den KSV Köllerbach.

Mit dem Auto braucht man kaum zehn Minuten von Köllerbach nach Heusweiler. „Das ist für uns eine neue Erfahrung, zu einem Auswärtskampf nicht hunderte Kilometer fahren zu müssen“, sagt Thomas Geid, der Mannschaftsverantwortliche des KSV Köllerbach vor dem Derby in der Ringer-Bundesliga beim AC Heusweiler an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Sporthalle an der Realschule. Er wohnt in Heusweiler und könnte zu Fuß zum Auswärtskampf kommen.

„Es ist ein Bundesliga-Kampf. Da musst du jeden Gegner ernst nehmen“, sagt Timo Badusch. Der Greco-Spezialist ist mit Freistil-Routinier Andrij Shyyka neuer Kapitän des KSV. „Das ist eine Ehre“, sagt der Nachfolger des nach Weingarten gewechselten Jan Fischer: „Köllerbach hat eine 40-jährige Bundesliga-Tradition. Was den Verein immer ausgemacht hat, war die Kameradschaft. In Aachen sind wir mit sieben Köllerbacher Jungs und drei Ausländern angetreten. Die Stimmung in der Mannschaft ist besser denn je. Wir verbringen auch viel Freizeit zusammen.“ Dass Badusch etwas gehänselt wird, weil er der einzige Köllerbacher war, der beim 28:1-Erfolg zum Auftakt einen Zähler abgeben musste, schmerzt ihn kaum. „Ich habe die WM-Vorbereitung mitgemacht und nachdem ich nicht nominiert wurde, erstmal vier Wochen Pause gemacht“, sagt Badusch: „Der Aachener Gevorg Sahakyan war vor zwei Jahren Militär-Weltmeister. Darum bin ich mit meiner Leisttung beim 5:5 nicht unzufrieden.“

Dass die räumliche Nähe den sportlichen Abstand zum Topfavoriten Köllerbach nicht wiederspiegelt, weiß man in Heusweiler. Dennoch scheint der gute Auftritt bei der 12:16-Niederlage gegen Hüttigweiler eine gewisse Euphorie ausgelöst zu haben. „Viele Leute im Ort haben mich auf den Kampf angesprochen. Und der KSV wird einige Zuschauer mitbringen, die ihre Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison sehen wollen“, sagt Heusweilers Trainer Cacan Cakmak: „Köllerbach ringt zumindest in der Vorrunde in einer eigenen Liga. Wir haben keinen Druck, können nur lernen.“

So wie Talent Fabian Wittmann. Der 17-Jährige hat sein Bundesliga-Debüt im Kampf gegen den Hüttigweiler Steven Ecker mit 4:2 gewonnen. „Cacan hat mich vor der Saison gefragt, ob ich in der Bundesliga ringen möchte“, erzählt der Schüler, „die Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen“. Dass er nun auf den erfahrenen Victor Lyzen treffen könnte, schreckt den Nachwuchsmann nicht: „Vor dem Kampf werde ich nervös sein, aber wenn es los geht, ist das vorbei. Ich werde versuchen, so wenig Punkte wie möglich abzugeben.“

Das gilt so auch für den Routinier beim AC Heusweiler: Halef Cakmak. Der Bruder des Trainers ist 31 Jahre alt. „Ich war schon 1999 beim Aufstieg in die 2. Liga dabei“, erzählt der Autobauer, „damals mit Sondergenehmigung, weil ich erst 14 war“. In welcher Gewichtsklasse der Freistil-Ringer an diesem Samstag ringen wird, ist Familiengeheimnis. „Ich bin von der Statur her ein vollgefressener 66-Kilo-Mann“, scherzt Halef, der 76 Kilogramm auf die Waage bringt, „ich habe Wechselschicht, kann darum nicht immer trainieren“. In der Klasse bis 75 Kilogramm würde er auf Shyyka treffen, in der Klasse bis 80 Kilogramm wartet der kaum weniger starke Alberts Jurcenko.

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