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Der Holzer Nachtumzug und das liebe Geld
Lässt Nachtumzug den Haushalt platzen?

Für unvorhergesehenen Ärger sorgte ein Antrag im Heusweiler Gemeinderat, der forderte, dass die Verkehrssicherung beim nächsten Holzer Nachtumzug mit 2300 Euro aus der Gemeindekasse gefördert werden solle.
Für unvorhergesehenen Ärger sorgte ein Antrag im Heusweiler Gemeinderat, der forderte, dass die Verkehrssicherung beim nächsten Holzer Nachtumzug mit 2300 Euro aus der Gemeindekasse gefördert werden solle. FOTO: Andreas Engel
Heusweiler. CDU-Fraktion will geforderte Unterstützung für Hilaritas Holz nicht mittragen, SPD droht mit Haushalts-Blockade. Von Fredy Dittgen

Der CDU-Fraktion im Heusweiler Gemeinderat bläst derzeit der Wind in den Ortsteilen Holz und Wahlschied heftig ins Gesicht – wegen einer Entscheidung im Gemeinderat zum Holzer Nachtumzug: Der erste Nachtumzug des Holzer Karnevalvereins Hilaritas im Februar dieses Jahres war ein Riesenspektakel und ein großer Erfolg. Nach Polizeiangaben schauten sich zwischen 5500 und 7500 Zuschauer entlang der Wegstrecke vom Holzer Marktplatz bis zur Wahlschieder Kulturhalle den Umzug an. Bei der Abschlussveranstaltung in der Wahlschieder Sport- und Kulturhalle platzte der Saal fast aus allen Nähten. Die Hilaritas plant für den Fastnachtssamstag nächsten Jahres (3. März) eine Neuauflage und braucht dafür Sponsoren. Doch ausgerechnet die Gemeinde Heusweiler, die von diesem Ereignis auch profitiert, tut sich mit einer finanziellen Unterstützung sehr schwer.


Die SPD stellte in der Gemeinderatssitzung den Antrag, dass die Gemeinde die Verkehrssicherungsmaßnahmen beim Umzug übernehmen und finanzieren soll. Dazu SPD-Sprecher Stephan Schmidt: „Die Hilaritas hat in diesem Jahr eine super Veranstaltung hingelegt. Das war ein Zuschauermagnet für Besucher aus nah und weit entfernt und Werbung für das kommende Jahr. Wir sind verpflichtet, dem Verein bestmögliche Hilfe zu gewähren.“ Dazu war die Verwaltung auch gerne bereit. Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) sagte eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 2300 Euro zu. Die CDU spielte jedoch nicht mit: „Aus Gleichbehandlungsgründen gegenüber allen anderen Vereinen werden wir einer Unterstützung in dieser Höhe nicht zustimmen“, sagte CDU-Sprecher Manfred Schmidt. Die CDU beantragte stattdessen, eine Unterstützung in Höhe von 1500 Euro zu gewähren. Mit der Einschränkung allerdings, dass das Geld nur dann in den Haushalt eingestellt werden solle, wenn für die Hilaritas „keine andere finanzielle Unterstützung möglich ist“, so Manfred Schmidt.

Reiner Zimmer (SPD) ärgerte sich sehr darüber: „Traurig, dass die CDU jetzt knapsen will, ich finde das ein bisschen erbärmlich.“ Zumal nicht nur die Hilaritas von einer finanziellen Unterstützung profitieren würde, sondern auch viele andere Vereine aus Holz und Wahlschied, die am Nachtumzug beteiligt sind, wie Oliver Luksic (FDP) betonte.



Dirk Blanckenhorn (Grüne) forderte: „Jede Veranstaltung, die eine solche Größe hat, sollte von der Gemeinde gefördert und unterstützt werden“. Anders Adrian Schuler (UBH): „Es geht nicht um die Größe der Veranstaltung, sondern um Gerechtigkeit. Auch kleine Vereine sollten bei Verkehrssicherungsmaßnahmen finanziell unterstützt werden.“ Schuler empfahl, einen Pauschalbetrag festzulegen, den alle in Anspruch nehmen könnten.

Der Verwaltungsvorschlag, die Hilaritas mit 2300 Euro zu unterstützen, fand letztlich keine Mehrheit. Zwar stimmten SPD, Grüne, NÖL und FDP dafür, doch das waren nur 15 Stimmen. Mit 16 Stimmen aus den Reihen von CDU und UBH wurde der Antrag abgelehnt. Hans-Kurt Hill (Linke) enthielt sich. Der CDU-Antrag wurde mit 17 Stimmen aus den Reihen von CDU, UBH und Linke angenommen.

Bürgermeister Redelberger musste die Vertreter der Hilaritas jedoch darauf hinweisen, dass sie trotzdem noch keine Planungssicherheit haben. Denn weil im CDU-Antrag steht „Wir beabsichtigen eine Unterstützung von 1500 Euro in den Haushalt einzustellen“, könnte der Gemeinderat diesen Betrag bei den anstehenden Haushaltsberatungen aus Spargründen immer noch streichen. Reiner Zimmer explodierte deshalb regelrecht: „Ich gebe für die SPD eine Erklärung ab: Wenn wir die Finanzierung des Umzugs nicht in den Haushalt rein kriegen, wird die SPD im nächsten Jahr keinen Haushalt mittragen. Diese Spiele lehne ich ab. Dann kann die CDU sich jemand suchen, mit dem sie den Haushalt machen kann. Das ist lächerlich!“