Wunderbare Variationen

Heusweiler. Einen gelungenen Jahresabschluss der Abonnementkonzertreihe mit einer Reise ins Zeitalter des Barock gab es am Freitagabend im Rathaussaal Heusweiler

Heusweiler. Einen gelungenen Jahresabschluss der Abonnementkonzertreihe mit einer Reise ins Zeitalter des Barock gab es am Freitagabend im Rathaussaal Heusweiler. Susanne Richter (Cello), Ingrid Paul (Blockflöte), Thomas Kitzig (Cembalo und Orgel) und Barbara Zinniker (Sopran) boten Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel und anderen zeitgenössischen Komponisten dar. Dabei spielten sie ein höchst abwechslungsreiches Programm mit Sätzen aus barocktypischen Kompositionsarten, wie Sonate, Kantate und Suite, sowie Liedkompositionen von Bach und einer englischen Volksweise. Diese bildete einen fantasieanregenden Einstieg in den Abend. Ingrid Paul zog mit einer ihrer Flöten - sie hatte ein ganzes Arsenal an Blockflöten in verschiedenen Tonhöhen im Gepäck - und dem Grundthema aus "Greensleaves" in den voll besetzten Rathaussaal, in dem noch Stühle beigestellt werden mussten, ein. Gemeinsam mit dem stimmungsvollen Cembalo und dem Cello entwickelte sie wunderbare Variation über das Thema, vom Wiegenlied- bis hin zu Saltarello-Charakter (Springtanz) gaben sie dem Publikum die Möglichkeit, typisch englische, grüne Landschaften vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Würde die "Zauberflöte" noch einmal neu komponiert werden, so müsste Ingrid Paul als Patin für die Handlung stehen, denn wie sie mit ihren Flöten umging, kann man nur als zaubern bezeichnen. Es war erstaunlich, wie flink sich ihre Finger über die Blockflöten bewegten, wie sie das Vogelzwitschern von Jacob van Eycks "Engelsnachtigall" interpretierte, so dass sie am Ende ihres Solos einen tosenden Applaus erntete. Schier erstaunlich, was für ein virtuoses Instrument eine Blockflöte sein kann. Barbara Zinniker trug mit lupenreiner Artikulation, genauso wie Thomas Kitzig am Barockinstrument, dem Cembalo, weiter zu der feierlichen Stimmung im Saal bei. Doch die große Besonderheit des Abends war die Orgel: Zum ersten Mal überhaupt in der Reihe der Konzertveranstaltungen im Rathaussaal waren Orgelklänge zu hören. Dennoch stand hier nicht die Weihnachtszeit, sondern viel mehr die themengebende Epoche im Zentrum des Abends. amü