Wo Lebensretter gern dazulernten

Brände in Schulen gehören zu den größten Herausforderungen für Feuerwehrleute. Umso wichtiger ist es, schnell das Richtige zu tun. Was das ist, stand im Mittelpunkt einer Tagung der Freiwilligen Feuerwehr Heusweiler. Auch sie muss jederzeit Hunderte retten können, sobald ein Schulhaus in Flammen steht.

Wie rettet die Feuerwehr Schüler und Lehrer, wenn es brennt? Wie lehrt sie das richtige Verhalten bei Bränden? Und was tut sie, damit es gar nicht erst soweit kommt? Darüber referierte Andreas Morbe am Samstag beim "Brandschutzkongress 2016" in der Heusweiler Schillerschule.

Morbe, selbst aktiver Wehrmann, leitet in der Landesfeuerwehrschule das Fachgebiet "Technik und vorbeugender Brandschutz". Dass Schulgebäude von Feuern nicht verschont bleiben, zeigte sich im Juni, als in München ein gerade mal drei Jahre altes Gebäude abbrannte. Mit spektakulären Folgen, wie Morbe anhand von Bildern belegte.

In unserer Region brannte es im Mai an der Püttlinger Peter-Wust-Schule. Zum Glück kamen in beiden Fällen Menschen nicht zu Schaden.

Schulhäuser sind Morbe zufolge so vielfältig wie die Menschen, die dort lernen und lehren. Viele Klassenzimmer sind heute, Wohnstuben ähnlich, ausgestattet mit Sesseln, Schmökerecken, Holzregalen. In Fachräumen verwenden Lehrer und Schüler mitunter gefährliche, weil leicht entzündbare Stoffe. Und nicht nur zu den Unterrichtszeiten sind Menschen in den oft großen Gebäuden vor Bränden zu schützen. Sinnvolle Vorbeugung tut also Not. Mit anderen Worten: Fluchtwege in Schulen dürfen nie zugestellt werden. Rettungswege müssen übersichtlich beschildert sein. Und eine vom Fachmann eingebaute Alarmtechnik sollte selbstverständlich sein. Optimal seien beispielsweise gut funktionierende Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie feuerhemmende Türen. Großen Wert legt die Feuerwehr auf die Übungen, an denen sich alle, also Schüler, Lehrer und Hauspersonal, beteiligen müssen.

Morbe: "In drei Minuten sollte das Gebäude geräumt sein." Und spätestens acht Minuten nach dem Alarm sollten die Brandschützer "zu jeder Zeit und an jedem Ort" eintreffen. Sie müssen zunächst Menschen, dann Tiere, dann Sachwerte retten, eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern und gleichzeitig dem Umweltschutz gerecht werden. Herausforderungen, für die Veranstaltungen wie der jetzt von der Freiwillen Feuerwehr Heusweiler ausgerichtete Brandschutzkongress fit machen sollen.

Im weiteren Verlauf des ganztätigen Kongresses ging es in Fachreferaten und in Kleingruppen um den vorbeugenden Brandschutz und die Ausbildung von Brandschutzhelfern - speziell in Schulen .

Mehr von Saarbrücker Zeitung