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Wo Heusweilers Wasser herkommt

Für uns eine Selbstverständlichkeit: Der Hahn wird aufgedreht, und das Wasser fließt. Doch damit das so ist, bedarf es einiger Arbeit. Das Heusweiler Wasser zum Beispiel kommt gar nicht aus Heusweiler, sondern durch ein langes Leitungsnetz überwiegend aus Saarwellingen. Foto: Nuno Veiga/dpa
Für uns eine Selbstverständlichkeit: Der Hahn wird aufgedreht, und das Wasser fließt. Doch damit das so ist, bedarf es einiger Arbeit. Das Heusweiler Wasser zum Beispiel kommt gar nicht aus Heusweiler, sondern durch ein langes Leitungsnetz überwiegend aus Saarwellingen. Foto: Nuno Veiga/dpa FOTO: Nuno Veiga/dpa
Heusweiler. Oberirdisch ist Heusweiler immer Heusweiler. Unterirdisch ist Heusweiler auch mal Saarwellingen – jedenfalls in den Wasserleitungen: Die Gemeindewerke Heusweiler versorgen die Bürger größtenteils mit Wasser aus Brunnen bei Saarwellingen. Höher gelegene Ortsteile werden mit Wasser der Energis vom Erd- und Turmbehälter in Holz aus beliefert. Und zur Versorgung von Eiweiler werden 3000 Kubikmeter von der Wasserversorgung Ostsaar bezogen. Marco Reuther

Hahn auf, Wasser läuft. Das war nicht immer selbstverständlich. Die Gemeindewerke Heusweiler (GWH) versorgen rund 19 000 Verbraucher in den sieben Heusweiler Ortsteilen sowie 3000 im Saarwelliger Ortsteil Reisbach mit Trink- und Betriebswasser. Der größte Teil des jährlichen Wasserbedarfs, nämlich 725 000 Kubikmeter, wird aus vier Brunnen gepumpt und ins Leitungsnetz eingespeist. Diese 80 bis 120 Meter tiefen Brunnen liegen in den geschützten Wassergewinnungsgebieten Lohbach- und Ellbachtal, erklärt GWH-Geschäftsführer Wolfgang Karges. Das Wasser sei von hoher Qualität. Es werde daher ohne Aufbereitung an die Verbraucher geliefert.



Das Wasser aus den Tiefenbrunnen reicht aus, um 13 500 Einwohner von Heusweiler sowie die Verbraucher in Reisbach zu beliefern.

Die Bürger in Holz , Wahlschied und in einem Teil von Kutzhof bekommen 307 000 Kubikmeter Wasser , das die GWH vom Energieversorger Energis bezieht. Und 3000 Kubikmeter werden von der Wasserversorgung Ostsaar (mit Sitz in Ottweiler) in das Eiweiler Leitungsnetz eingespeist.

Um eine ständige Belieferung zu gewährleisten, unterhalten die Gemeindewerke drei Vorratsbehälter mit einem Fassungsvermögen von zusammen 4800 Kubikmeter: den Erdbehälter auf der Hilgenbacher Höhe bei Obersalbach, den Erd- und Turmbehälter in Holz und den Erdbehälter in Eiweiler gegenüber der Großwald-Brauerei. In der Eiweiler Jahnstraße steht zudem noch eine Pumpstation mit der Förderleistung von 60 Kubikmeter pro Stunde.

130 Kilometer Leitungen

Für die 6300 Hausanschlüsse in Heusweiler ist ein Leitungsnetz von 130 Kilometer Länge erforderlich.

Der jährliche Wasserverbrauch ist, so schildert Karges, zwischen 2005 und 2015 von 1 124 000 auf 978 000 Kubikmeter gesunken - also um nahezu 13 Prozent in zehn Jahren. Die Ursachen hierfür seien im Bevölkerungsrückgang und im sparsameren Umgang mit Wasser zu sehen, erklärt der GWH-Geschäftsführer. - Und was zahlt man für den Aufwand? Ein Liter Trinkwasser kostet in Heusweiler derzeit 0,3 Cent.

Zum Thema:

Hintergrund Wasserleitungen : Die älteste bekannte Leitung, die einem Gebäude Wasser zuführt, wurde bei Grabungen im östlichen Nildelta in Ägypten entdeckt. Sie hat vermutlich einem Palast in der damaligen königlichen Zitadelle bei Tell El-Daba'a mit Nilwasser versorgt. Die Leitung ist dreieinhalb Jahrtausende alt. (Quelle: Spektrum.de/Zeit online) In Deutschland sind die ältesten bekannten Wasserleitungen römischen Ursprungs, etwa die gut 95 Kilometer lange "Eifelwasserleitung" aus der Zeit um 80 n.Chr., die das römische Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) mit Wasser aus der Eifel versorgte - vermutlich gab es eine kleinere Vorgänger-Leitung aus der Zeit um 30 n.Chr. Wasserverbrauch: Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 102 Liter Wasser pro Tag (einschließlich des Verbrauchs im Kleingewerbe). Etwa 40 Liter davon werden für Baden/Duschen und Körperpflege benutzt, 31 Liter rauschen durch die Toilette, 13 Liter werden fürs Wäschewaschen und sieben Liter fürs Geschirrspülen verbraucht. Weitere sieben Liter fließen zusammen in Garten-, Raum- und Autopflege, nur vier Liter werden zum Trinken und Kochen genutzt. (Quelle: Wasserversorgung Ostsaar) red

Was unter Heusweiler fließt: Wolfgang Karges, Geschäftsführer der Gemeindewerke Heusweiler (rechts) und Dirk Boßlet haben den Hydranten vor der Kulturhalle aufgedreht. Foto: Fred Kiefer
Was unter Heusweiler fließt: Wolfgang Karges, Geschäftsführer der Gemeindewerke Heusweiler (rechts) und Dirk Boßlet haben den Hydranten vor der Kulturhalle aufgedreht. Foto: Fred Kiefer FOTO: Fred Kiefer