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„Wir müssen das Beste draus machen“

„Wir müssen das Beste draus machen“

Die Erneuerung des Kanals führt zu Störungen des Straßenverkehrs, dabei entfallen zeitweilig auch Parkplätze vor den Geschäften in der Trierer Straße in Heusweiler. Die Kaufmannschaft beklagt Umsatzverluste, sieht aber auch die Notwendigkeit der Maßnahme. Die SZ sprach mit Geschäftsleuten.

 Christa Maurer
Christa Maurer
 Jürgen Steinebrey
Jürgen Steinebrey
 Thi Puong Dao
Thi Puong Dao
 Petra Fenrich
Petra Fenrich
 Astrid Münz
Astrid Münz

Seit Anfang September wird in der stark befahrenen Heusweiler Ortsdurchfahrt der kaputte Abwasserkanal erneuert. Das geschieht zwar in mehreren Bauabschnitten, aber dennoch gibt es Teilsperrungen der rechten Fahrbahnhälfte (von Lebach her), und auch Baustellenampeln sind nicht zu vermeiden. Die Folge: Die Verkehrsteilnehmer sind froh, wenn sie den Engpass passiert haben. Sie denken kaum daran, einen Parkplatz in der Nähe aufzusuchen, um in einem der Geschäfte der Trierer Straße einzukaufen. Die Kaufleute klagen über entsprechende Umsatzeinbußen.

Christa Maurer, Geschäftsführerin des Café Thome, berichtet: "Ich kann in der momentanen Bauphase keine Tische und Stühle vor die Tür stellen, was bedeutet, dass weniger Gäste kommen. Die meisten Stammgäste halten uns zwar weiterhin die Treue, doch Laufkunden bleiben weg." Aber trotz der Baumaßnahme biete man auch weiterhin Frühstück und Mittagessen an. Die Café-Inhaberin sagt auch: "Wenn die jetzige Bauphase genau so zügig vorbei geht wie die erste, werden wir überleben."

Jürgen Steinebrey, Inhaber des gleichnamigen Optikergeschäftes, meint, dass alle Geschäfte die Baustelle in Kauf nehmen müssten. Immerhin, so habe er erfahren, sei der alte Kanal schon 100 Jahre alt. Die Kaufleute der Straße würden ihren Service weiterhin in gewohnter Weise anbieten. Und niemand müsste sein Geschäft während der Bauphasen schließen, da alle Bürgersteige begehbar sind.

Astrid Münz, seit Sommer 2014 mit ihrem Conviva-Kosmetikgeschäft in der Trierer Straße Nummer 5 ansässig, beklagt den Wegfall von Parkplätzen vor dem Haus: "Seit Beginn der Baustelle kommen weniger Leute, die sich zuerst einmal informieren wollen. Die wenigsten wollen heute vom Auto zum Geschäft noch ein Stück zu Fuß gehen." Sie freue sich jedenfalls, "wenn die Zeit der Baustelle vorbei ist und vor der Tür wieder Normalität herrscht."

Max Häusler von Blumen Spatzl fiel auf, dass der Kundenstrom seit Ostern "wie abgerissen" ist, vor allem die Laufkunden blieben fern, sagt Häusler. Er und seine Mitarbeiterin Petra Fenrich hoffen, dass die Behinderung durch die Baustelle bald aufhört, weil jetzt die Pflanzzeit begonnen hat.

Apothekerin Thi Phuong Dao macht während der Bauphase verstärkt Werbung in der Zeitung, um darauf hinzuweisen, dass ihre Post-Apotheke weiterhin die gewohnten Leistungen wie den Bring-Service zur Wohnung anbietet.

Auch die Apothekerin ist von der Notwendigkeit des Kanal-Neubaus überzeugt und meint: "Wir müssen das Beste draus machen."