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Windkraft Windräder Windpark Fröhn RAG Montan Wind
Windpark-Gegner bleiben auf der Hut

Holz. Verein „Fröhner Wald – für Mensch und Natur“ reagiert mit Vorsicht auf Äußerungen von Investor. Von Michael Emmerich

„Aus für Windpark Fröhn ist besiegelt“, titelte die Saarbrücker Zeitung in der Dienstagausgabe (7. November, Seite C1). Mit Blick auf das geänderte Landeswaldgesetz sprach Rudolf Krumm, Geschäftsführer des Investors RAG Montan Wind GmbH, erstmals davon, dass die „neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Kenntnis genommen werden müssen“ und dass der Windpark Fröhn damit „in dieser Form“ nicht mehr zu verwirklichen sei. Auf den SZ-Bericht hat der Verein „Fröhner Wald – für Mensch und Natur“ reagiert, der seit Jahren dafür kämpft, das Projekt im Wald zwischen Holz und Riegelsberg zu verhindern. Krumm habe in der Tat „völlig neue Töne“ angeschlagen, betont der Verein in seiner Stellungnahme, „denn bis zur Stunde veröffentlicht das Unternehmen unbeirrt seine Planungen zum Windpark Fröhn auf seiner Website www.windenergiesaar.de“. Dort ist zu lesen: „Wir haben zwar den Genehmigungsantrag zurückgezogen, wir stellen aber nicht unsere Pläne für den Windpark Fröhn ein.“



Die Windpark-Gegner fügen hinzu, mit der Formulierung „in dieser Form“ könnten sie sich offen gestanden nicht so recht anfreunden. Krumms Wortwahl hatte auch die SZ aufhorchen lassen. Ob er sich damit ein Hintertürchen offen lasse, das Projekt doch noch zu verwirklichen, wollten wir von dem Geschäftsführer wissen. Krumms Antwort: „Ich wüsste nicht, wo ein Hintertürchen sein sollte.“

„Wir bleiben auf der Hut – dies umso mehr, da der Fröhner Wald nach wie vor als Konzentrationszone für Windkraftanlagen gesetzt ist und neben den Landeswaldflächen auch weitere Flächen zur Planung zur Verfügung stünden“, kündigt der Verein jedenfalls an. Wie er ausführt, könnte der Regionalverband zur Vermeidung einer so genannten Verhinderungsplanung aufgefordert sein, Beurteilungskriterien bei der Festlegung der Konzentrationszonen zu lockern und zusätzliche Flächen zur Verfügung zu stellen. Das sei ein durchaus mögliches und denkbares Szenario.

Dennoch sieht der Verein „Fröhner Wald – für Mensch und Natur“ die aktuelle Entwicklung als „neues Puzzle-Steinchen auf dem weiten und mühsamen Weg zum Erfolg“. Möglich geworden sei dies insbesondere auch „über unsere Funktion als aktives Mitglied des Sprecherkreises des Landesbündnisses Gegenwind Saarland, dessen konsequente Arbeit auf Landesebene für ein geändertes Meinungsbild der Landespolitik und die Änderung des Landeswaldgesetzes ursächlich war“. Es bleibe Hauptaufgabe des Vereins, „Wächter des Fröhner Waldes“ zu sein.