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So wird das Weihnachtswetter
Wieder nix mit weißer Weihnacht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mild, grau und zeitweise auch nass, so präsentieren sich die Festtage. Die Großwetterlage zwischen Weihnachten und Silvester wird von atlantischen Tiefdrucksystemen geprägt. Von Jörg Hoffmann

Nachdem am Montag Tief Andreas noch ein Winter-Intermezzo beschert hatte, ist der Traum einer weißen Weihnacht wieder einmal ausgeträumt – das typische Weihnachtstauwetter trifft pünktlich ein und sorgt für milde, graue und zeitweise auch nasse Weihnachtstage. Die Großwetterlage zwischen Weihnachten und Silvester wird von atlantischen Tiefdrucksystemen geprägt, die in raschen Abständen mit ihren Fronten über Mitteleuropa hinweg ziehen und eine dynamisch-aktive Südwest- bis Westwetterlage bescheren. Dadurch muss der noch junge Winter eine Pause einlegen. Ursache für die großräumige Umstellung der Wetterlage, nachdem der Dezember bisher phasenweise winterlich verlaufen war, ist der zur Zeit stabile und aktive Polarwirbel zwischen Kanada und Grönland, wodurch unentwegt Kaltluft auf den Atlantik bei Neufundland strömt und dadurch die Tiefdruck-Produktion anfacht – der atlantische Wettermotor läuft somit wieder auf Hochtouren und macht die Hoffnung auf Winterwetter vorerst zunichte. Nach dem Schneefall von Montagnacht sickerte am Rande des von der Biskaya bis nach Deutschland ausgedehnten Hochs Carina feucht-milde Nordseeluft ein, so dass die Schneedecke rasch taute. Dabei setzte sich ungemütliches,  neblig-trübes Nieselwetter durch. Heute und morgen ist es stark bewölkt bis bedeckt, teils auch neblig-trüb, mit etwas Sprühregen bei Höchstwerten von 7 bis 9 Grad. Erst wenn der Wind die Luftmasse besser durchmischen kann, sind an Heiligabend einige Auflockerungen der grauen Wolkendecke denkbar. Dabei erwartet uns eine trockene und sehr milde Bescherung bei 8 bis 10 Grad. Der erste Weihnachtstag zeigt sich teils bewölkt, teils aufgelockert mit einigen Sonnenstrahlen, und bei einem auffrischenden Südwestwind liegen die Höchstwerte um 8 Grad. Mit Verlagerung des hohen Luftdrucks nach Südeuropa können am zweiten Feiertag die Ausläufer eines zur Nordsee ziehenden Sturmtiefs mit zeitweiligem Regen übergreifen. Der Westwind weht mit starken bis stürmischen Böen, die Temperaturen liegen um 6 Grad. Hinter dem Tief strömt kurzzeitig  kühlere Luft aus Nordwesten ein. Zwischen den Jahren bleibt es unbeständig und windig, ein Tief jagt das nächste, so dass wir bei dichter Bewölkung mit häufigen Regenfällen rechnen müssen. Zunächst liegen die Temperaturen bei 4 bis 6 Grad, steigen aber bis zum Jahreswechsel wieder auf sehr milde 7 bis 11 Grad an.