Wie die Beeren ins Körbchen kommen

Heusweiler. "Die ersten drei Tage sind die Hölle. Dann hat sich der Rücken daran gewöhnt", sagt Katharina Bernauer. "Wenn's klemmt", ist die Gartenbauingenieurin und Chefin des Erdbeerlandes in Holz auch als Pflückerin zur Stelle

Heusweiler. "Die ersten drei Tage sind die Hölle. Dann hat sich der Rücken daran gewöhnt", sagt Katharina Bernauer. "Wenn's klemmt", ist die Gartenbauingenieurin und Chefin des Erdbeerlandes in Holz auch als Pflückerin zur Stelle.Neben den Feldern für Selberpflücker (an der Landstraße 136 zwischen Heusweiler und Holz) werden in Berschweiler weitere Felder für die Belieferung der Verkaufsstände bewirtschaftet. Etwa 20 Pflücker sind hier in der Saison von früh bis spät bei der Arbeit. Sobald es hell wird, also morgens um fünf Uhr, packen sie Kisten und Schalen in die Autos. Mit Gummistiefeln und Regenhosen geht es ins noch nasse Erdbeerfeld. Kleidung für die Sonnenstunden und Proviant gehören ins Tagesgepäck. Persida Chioreu aus Petersdorf bei Hermanstadt in Rumänien ist zum vierten Mal zum Erdbeerpflücken angereist. "Wenn man jung ist, ist es nicht so anstrengend. Kommt auch ganz darauf an, wie viel du pflückst", sagt sie lachend. Dann erzählt sie, sie habe Soziologie studiert und im vorigen August ihr Diplom gemacht. Ihre Nachbarin Daniela Suteu, ebenfalls 24, drückt in Rumänien wieder die Schulbank, denn sie will das Abitur nachmachen. Sie findet die Arbeit in den Erdbeerfeldern "schön, denn erstens macht es Spaß, mit Freunden auf dem Feld zu sein, und zweitens macht das Pflücken Spaß, vor allem, wenn es nicht zu heiß ist." "Wir verstehen uns alle gut", sagt Daniela Suteu. Mit "duschen, essen, reden" beschreibt sie einen typischen Abend. In Vierergruppen wohnen sie jeweils zusammen in einem Nebengebäude des Spargelhofs. Die meisten Erdbeerpflücker sind zwischen 23 und 27 Jahre jung, und fast alle sind weiblich. "Frauen sind fingerfertiger und flinker", erläutert Katarina Bernauer. Ein paar der Mädels haben Gitarren mit, und so gehören musizieren und singen zu den Freizeitbeschäftigungen. Jozef Jaworski aus Polen ist Vorarbeiter. Schon zum neunten Mal ist der 36-Jährige in Holz. Er ist gelernter Schreiner und hat auch beim Aufbau der Spargel-Halle mitgeholfen. Jozef Jaworski wiegt die Kisten. Am Dienstag zum Beispiel wären es insgesamt 700 Kisten gewesen, erzählt er. An diesem Tag erwartet er weniger. "Testessen" gehört übrigens auch zu seinem Job. Er kennt die verschiedenen Erdbeersorten und die Felder. "Er weiß, wo was steht", sagt seine Chefin. Und weiter: "Er kennt die Leute, kann erklären."Jozef Jaworski ist auch für das Wohl der Truppe verantwortlich, passt auf, dass alle genug trinken und Pausen machen. Er sorgt dafür, dass immer genügend Kisten und Kästen da sind. Mit den Ständen steht er telefonisch in Kontakt. Nach der Devise "heute pflücken und verkaufen" wird nämlich je nach Nachfrage gepflückt. Frisch gepflückte Erdbeeren werden an vielen Ständen verkauft. Auch Selbst-Pflücker kommen noch bis etwa 5. Juli zum Zug. Das Erdbeerland ist Montag bis Samstag von acht bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 19 Uhr, samstags von acht bis um 12 Uhr. Am Donnerstag öffneten auch das "Himbeer-" und das "Johannisbeer-Land".

Auf einen BlickRezepte: Erdbeeren schmecken gut und sind gesund. Man kann sie einfach so genießen oder zusammen mit Eis, Joghurt oder Quark als leckeres Dessert servieren. Erdbeerkuchen mit Biskuitteig oder kleine Törtchen sind die Klassiker. Pfiffig ist die Kombination mit frischer Minze. Im Erdbeerland werden die Selberpflücker auch gleich mit neuen Rezept-Ideen versorgt. Neben Erdbeeressig nach Großmutterart oder blumiger Erdbeerkonfitüre mit Holunderblütensirup gibt es dort beispielsweise auch die Anleitung für "süße Erdbeer-Sandwiches". Hierfür wird der Obstkuchenteig auf einem eckigen Blech gebacken, in Sandwichart dreieckig geschnitten. Statt Butter wie beim herkömmlichen Sandwich nimmt man jedoch Vanille-Pudding. Die Erdbeerfüllung wird aus frischen Erdbeeren und Tortenguss fabriziert. hof

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