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Neuer Termin
Weinfest weicht der Fußball-WM aus

Der Besuch des Weinfestes in Obersalbach gehört seit Jahren zum Programm jeder saarländischen Weinkönigin. Auch dieses Mal wieder.
Der Besuch des Weinfestes in Obersalbach gehört seit Jahren zum Programm jeder saarländischen Weinkönigin. Auch dieses Mal wieder. FOTO: Ernst Prediger / Picasa
Obersalbach. In Obersalbach gibt es an diesem Wochenende viel Neues zu entdecken. Zum Beispiel einen echten Ferrari aus Italien.

Dieses Jahr ist vieles anders: Bei seiner 16. Auflage findet das Obersalbacher Weinfest bereits eine Woche früher als sonst statt. Wegen der Fußball-WM haben die Veranstalter, die Tennisfreunde Obersalbach und der Verein für Kultur und Brauchtum, beschlossen, das Fest um eine Woche auf den 9. und 10. Juni vorzuziehen. „Am ursprünglich geplanten Termin findet sonntags ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft statt. Dieser Termin-Kollision wollten wir entgehen“, erklären Ernst und Klaus Prediger, die Vorsitzenden der beiden Vereine. Auch in Zukunft wollen sie an dem zweiten Juni-Wochenende als Termin festhalten. Die Verlegung ist die Konsequenz aus den Erfahrungen von 2014. „Wir haben alle zwei Jahre eine WM oder EM. Normale Spiele haben sich da nie groß ausgewirkt. Das Spiel von Deutschland 2014 war aber schon spürbar.“


Geändert hat sich für dieses Jahr aber nicht nur der Termin. Auch auf den Weinkarten gibt es viel Neues zu entdecken. Etwa am Italienstand, für den Ernst Prediger verantwortlich ist. Er bietet einen echten Ferrari an. Der kommt zwar nicht aus Maranello, sondern aus der Toskana. Dafür hat er aber das typische Ferrari-Rot. Und so heißt er auch: Rosso de Ferrari. Die Farbe ist jedoch nicht die einzige Parallele. „Der Wein ist rassig, temporeich und super süffig“, verspricht Prediger.

Auch am Deutschland-Stand von Kilian Näckel gibt es interessante Neuheiten. Unter anderem den „Deep blue“ des Weinguts Tesch von der Nahe. „Ein Wein, der in keine Schublade passt“, schwärmt Näckel. Wo sich vor 30 Millionen Jahren Haie tummelten, stehen heute die Spätburgunder-Reben des Weingutes. „Aus der Rotweintraube keltert Tesch einen Weißwein mit einem enormen Tiefgang“, ist Näckel begeistert.



Viele spannende Neuentdeckungen gibt es zudem auch am Spanien-Stand. „Etwa den Pla Cazada. Einen Rioja, der von dem deutschen Kellermeister Jürgen Wagner gemacht wird. Wagner arbeitet seit fast 20 Jahren in Spanien und hat mittlerweile Kult-Status“, sagt Peter Wilhelm. „Aber Spanien hat nicht nur tolle Rotweine, sondern auch wundervolle Rosados und Weißweine.“

Wie spannend spanische Weine sein können, zeigt auch der „Master of wine“ Frank Röder, der als einer der anerkanntesten Weinkenner Deutschlands gilt. Er nimmt die Besucher des Weinfestes am Sonntag ab 14 Uhr mit auf eine Weinreise durch das Urlaubsland Nummer eins. „In keinem anderen europäischen Weinland gibt es solch ein großartiges Preis-/Genussverhältnis wie in Spanien“, schwärmt Roeder. „An acht Beispielen, einem Weißwein, einem Rosado und sechs Rotweinen, zeigen wir die Vielfalt und Attraktivität spanischer Weine.“ Eine ebenso spannende wie leckere Erfahrung.

Neben vielem Neuen bietet das Weinfest aber auch diesmal wieder viel Bewährtes. Mehr als 50 Weine und Sekte aus ganz Europa werden an den Ständen im kleinen Weindorf an der Kirche serviert – und dazu jeweils landestypische kulinarische Leckereien wie Tapas, Weißwein-Quiche, Crostinis mit Tomaten- und Olivenpesto oder Salat an zweierlei Bohnen mit geräucherter Entenbrust. Zudem gibt es auch in diesem Jahr wieder die Gourmet-Küche mit Christian Haas. Der Obersalbacher hat jahrelang bei den Sternenköchen Renato Manzi, Harald Wohlfahrt und Klaus Erfort gearbeitet. Für das Weinfest hat der 24-Jährige drei spezielle Gourmet-Teller kreiert. Etwa eine getrüffelte Maispoularde im Kräutercrepes mit Sherryjus.

Das Fest beginnt am Samstag um 17 Uhr. Ab 19.45 Uhr spielt die Band „Kai Squared“ (Kai Sonnhalter und Kai Werth). Am Sonntag geht es ab 11 Uhr mit dem Frühschoppen weiter. Um 14 Uhr beginnt die Weinprobe mit Frank Roeder.

Die Teilnahme an der Weinprobe kostet 20 Euro. Anmeldung bei Ernst Prediger unter Tel. (0 68 06) 7 79 45 oder per Mail unter ernstprediger@yahoo.de.