Was passiert mit dem Dorfkrug?

Ein Jahr nach seinem Einzug in den Dorfkrug Lummerschied gab der Saarländische Tischfußballverband sein Leistungszentrum wieder auf. Warum der schnelle Abschied? Das wollte die SZ vom Verband wissen.

Der Dorfkrug in Lummerschied ist nach dem Weggang der Tischfußballer wieder verwaist. Im Anbau (am rechten Bildrand) hält die Feuerwehr die Stellung. Foto: Fred Kiefer. Foto: Fred Kiefer

Nachdem die vorletzte Pächterin und Wirtin den Mietvertrag für den Dorfkrug im Sommer 2013 gekündigt hatte, kam der Gemeinde Heusweiler der Saarländische Tischfußballverband als Nachfolger gerade recht. Schließlich hatte Bürgermeister Thomas Redelberger zuvor noch angekündigt, dass die Gemeinde beabsichtige, die Gaststätte mit Saal und Nebenräumen noch fünf Jahre zu nutzen. Die Lummerschieder Bürger und Ortsvorsteher Michael Jakob bedauerten damals, dass es im Dorf keine Gaststätte mehr gab.

Der Saarländische Tischfußballverband hatte am 1. November 2013 den Mietvertrag zur Nutzung des Dorfkrugs als Landes-Leistungszentrum unterschrieben. Die anfänglichen Klagen in der Nachbarschaft wohnender Bürger wegen wilden Parkens in der engen Wiesbacher Straße und wegen Lärmbelästigung verstummten schnell, nachdem der Verbandsvorstand die Belästigungen hatte abstellen lassen.

Die Gaststätte wurde am Anfang dreimal pro Woche für jedermann geöffnet, später nur noch zweimal. Verbandschef Josef Cornelius berichtet: "Wir hatten gehofft, mit den Einnahmen aus der Gastronomie einen Teil unserer erheblichen Ausgaben aufzufangen. Diese Rechnung ging aber nicht auf. Wir machten uns bereits nach wenigen Monaten Nutzung Gedanken um eine Alternative." Laut Vorsitzendem und dem Geschäftsführer des Leistungszentrums, Dieter Grenner, wurde es zudem eng mit dem Platz, nachdem die Untere Bauaufsicht die Nutzung des Raumes im Untergeschoss in vollem Umfang wegen brandschutzrechtlicher Bedenken untersagte. Es ging um einen "fehlenden" Notausgang, der in Wirklichkeit zwar vorhanden war, jedoch war der Raum, von dem aus man im Notfall nach draußen gelangen könnte, in keinem Plan eingezeichnet. Die Folge war, dass der Verband einen Teil seiner Turnier-Spiele im Saalbau Schiffweiler und im Billiard-Cafe St. Wendel austragen musste. Grenner: "Dadurch gingen uns weitere Einnahmen verloren."

Am 27. und 28. Dezember verabschiedeten sich die Tischfußballer mit zwei Turnieren und zusammen 70 Teilnehmern aus dem Dorfkrug - ohne Groll gegenüber den Bürgern des Dorfes und der Gemeinde Heusweiler, wie Grenner ausdrücklich betont. Der Kutzhofer Ortsvorsteher Michael Jakob zeigte sich zuversichtlich, dass sich bald wieder ein Pächter für den Dorfkrug findet, zumal es bereits eine Anfrage nach den Pachtbedingungen gebe, wie er mitteilt. Die Frage bleibt allerdings offen, was mit dem Haus passiert, wenn sich kein Betreiber findet.