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Auftakt in Lünen
Vizemeister Dilsburg ist in der Endrunde Außenseiter

Elke Radau-Lambert sagt, Platz drei wäre eine Sensation.
Elke Radau-Lambert sagt, Platz drei wäre eine Sensation. FOTO: Andreas Engel
Dilsburg. Die Freude war riesengroß beim Kegel-Bundesligisten KSC Dilsburg. Vor zwei Wochen machte der Club die Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft perfekt – und das trotz einer 0:3-Niederlage am letzten Spieltag beim RSV Samo Remscheid (wir berichteten). Von Philipp Semmler

„Wir sind sehr froh, dass es geklappt hat. Es war ja doch noch ganz schön eng“, erklärt Dilsburgs Mannschaftsführerin Elke Radau-Lambert. Was die mehrmalige Weltmeisterin meint: Ihre Mannschaft war am Ende der Runde als Tabellenvierter punktgleich mit dem Fünften KC Wieseck. Auch die „Plus-Minus-Bilanz“ beider Clubs, die bei Punkgleichheit über die Platzierung entscheidet, war gleich. So wurden als drittes Entscheidungskriterium die Einzelwertungspunkte verglichen. Und hier hatte der KSC Dilsburg mit 548 gegenüber Wieseck mit 547 knapp die Nase vorn. So muss Wieseck in die Abstiegsrunde, Dilsburg darf um den deutschen Meister-Titel kämpfen.


Die Chancen sind für den KSC Dilsburg mehr als gering. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Der erste: Je nach der Platzierung in der regulären Saison starten die Mannschaften mit unterschiedlichen „Bonus-Punkten“ in die Endrunde. Dilsburg erhält als Vierter einen Bonus-Punkt. Der Tabellendritte Preußen Lünen bekommt zwei. Titelverteidiger KF Oberthal startet als Zweiter der regulären Runde mit drei Zählern in die entscheidende Saisonphase. Spitzenreiter Remscheid geht mit vier Punkten in die Endrunde.

Der zweite Grund, warum es für Dilsburg schwer wird, ist, dass der KSC nicht in Bestbesetzung antreten kann. Mit Veronika Ulrich fehlt wie über weite Strecken der Saison eine Leistungsträgerin wegen einer Schwangerschaft. Die 28-Jährige holte bei der Weltmeisterschaft in Oberthal 2017 drei Medaillen. Zudem wird Radau-Lambert, die im Sommer zum zweiten Mal Mutter wurde, wegen ihres Nachwuchses nur im Heimspiel am zweiten Spieltag (17. Februar) und im Spiel bei den KF Oberthal (18. Februar) auf die Bahn gehen. Beim Auftakt an diesem Samstag um zwölf Uhr in Lünen und am letzten Spieltag in Remscheid (24. Februar) wird sie nicht dabei sein. Auch in der regulären Saison war Radau-Lambert bei Auswärtsspielen nicht dabei.



Daher ist das Erreichen der Endrunde für den Vizemeister der vergangenen drei Jahre ein Erfolg. „Ich denke, dass wir dieses Mal in die Abstiegsrunde müssen“, hatte Radau-Lambert nach der 0:3-Niederlage am sechsten Spieltag in Oberthal gesagt. Und tatsächlich schien eine Woche später nach der 0:3-Heimpleite gegen Remscheid der Zug abgefahren zu sein. Als Tabellendrittletzter lag der KSC sieben Punkte hinter einem Endrunden-Platz. Doch dann kämpften sich die Dilsburgerinnen Punkt um Punkt heran – und belegten am Ende doch noch Rang vier. „Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Wenn wir am Ende Platz drei erreichen würden, wäre das nach dieser Saison schon eine Sensation“, sagt Radau-Lambert.

In der Endrunde treten die vier Mannschaften viermal gegeneinander an. Jede hat einmal Heimrecht. Der jeweilige Sieger eines Spieltages erhält vier Punkte. Die dahinter platzierten Mannschaften müssen sich mit drei, zwei und einem Zähler zufrieden geben. Die Endtabelle ergibt sich aus der Addition der Punkte dieser Spieltage und den „Bonus-Punkten“ aus der regulären Saison.