Viel Neues gibt es zu entdecken

Was die Toten Hosen und die Zahl Pi mit dem Obersalbacher Weinfest zu tun haben. Am Samstag um 17 Uhr geht's los.

"Das Weinfest in Obersalbach ist das beste, das ich kenne", schwärmte Dieter Saar im vergangenen Jahr. Die ehemalige Weinkönigin Jacqueline Thull fand: "Obersalbach war einer der Höhepunkte in meiner Amtszeit. Das Fest ist einfach einmalig." So geht es vielen. Denn in den vergangenen Jahren hat sich das Fest zu einem der schönsten der ganzen Region entwickelt. Am 17. und 18. Juni steht nun die 15. Auflage an. Das Erfolgs-Geheimnis von Obersalbach? "Gute Weine, die es nicht überall gibt. Und eine tolle Küche", sagt Ortsvorsteher Kilian Näckel. "Alles ist handgemacht. Es steckt eine Menge Arbeit in diesem Fest."

Und jedes Jahr gibt es etwas Neues zu entdecken - auch in diesem. Näckel, als diplomierter Weinberater ein Kenner der Szene und beim Fest für den Deutschland-Stand verantwortlich, stellt einen neuen, interessanten Wein vor: "Den ,Unplugged‘ vom Weingut Tesch in der Pfalz. Ein purer, authentischer Riesling. Knackig trocken, mit einer feinen Säure und reifer Pfirsichfrucht." Und nicht nur Näckel gefallen die Tesch-Weine - auch der Rock-Band "Die Toten Hosen". "Die Jungs waren so begeistert, dass sie sich von Tesch einen eigenen Wein kreieren ließen", erzählt Näckel. Auch Werner Groß vom Moselstand bietet eine Neuentdeckung an: "Einen trockenen Chardonnay. Mit einer schönen Säure - und toller Frucht", schwärmt er.

Die größte Neuerung in diesem Jahr aber: Erstmals gibt es auch Weißweine aus Frankreich, Italien und Spanien. "Bislang haben wir uns bei diesen klassischen Rotwein-Ländern auf die Rosés und Rotweine konzentriert. Aber in den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Weißweinen aus diesen Ländern gestiegen", sagt Ernst Prediger, Vorsitzender der Tennisfreunde, die das Fest gemeinsam mit dem Verein für Kultur und Brauchtum ausrichten. "Und darauf haben wir reagiert."

Reagiert - und viel probiert, bis die besten Weine feststanden. Prediger, der auch für den Italien-Stand verantwortlich ist, schwärmt etwa von einem Malvasia aus Apulien. "Ein sonnenverwöhnter Weißwein, frisch und lebhaft." Bei den Franzosen gibt es einen Sauvignon blanc aus dem Languedoc. Und auch am Spanien-Stand hat sich etwas getan: "Zum einen gibt es einen wunderbar frischen, trockenen Wein. Zum anderen einen lieblichen Weißwein aus Katalonien", sagt Peter Wilhelm. "Den haben die Frauen bei unserer Weinprobe kurzerhand zur Bedingung gemacht."

Neben den Weißweinen gibt es aber natürlich auch weiterhin eine Vielzahl an spannenden Rosés und Rotweinen - und am Spanienstand können die Besucher bespielsweise dem Rätsel nachgehen, was die Zahl Pi mit Wein zu tun hat.

Auch ansonsten hat das Weinfest wieder viel zu bieten: Etwa eine Weinprobe mit dem "Master of wine", Frank Roeder. Roeder, ehemaliger Lufthansa-Kapitän, Inhaber eines Weinhandels und vor allem Wein-Enthusiast, nimmt die Teilnehmer mit auf eine Reise zu den deutschen Grauburgundern.

"Die laufen dem französischen Pinot gris oder dem italienisch Pinot grigio langsam den Rang ab", sagt Roeder. Probiert werden acht Weine, die Teilnahme kostet 20 Euro. Ebenfalls neu: Neben den zahlreichen landestypischen Leckereien an den Weinständen gibt es auch ein Gourmet-Menü, das Christian Haas für das Weinfest entworfen hat. Der 23-jährige Obersalbacher arbeitete mehrere Jahre für Spitzenkoch Harald Wohlfahrt in den Schwarzwaldstuben und kocht derzeit in der Drei-Sterne-Küche von Klaus Erfort in Saarbrücken. Das Menü besteht aus drei Gängen - alle Gänge gibt es aber auch einzeln.

Eröffnet wird das Weinfest in Obersalbach an diesem Samstag um 17 Uhr, ab 19.30 Uhr spielt die Band "Time 4 two". Am Sonntag geht es ab 11 Uhr weiter, ab 14 Uhr findet die Weinprobe mit Frank Roeder statt, ab 15.30 Uhr spielt die Band "Friends connection".

Zum Thema:

Anmeldungen zur Weinprobe sind bei Ernst Prediger möglich, Tel. (0 68 06) 7 79 45, Mail: ernstprediger@yahoo.de. Oder am Italienstand beim Weinfest.