| 20:14 Uhr

Kreisliga A Theel
Die Meisterschafts-Vorentscheidung ist vertagt

 Artur Kosjatschenko vom SV Göttelborn (links) versucht, Jan Schwindling vom VfB Heusweiler auf Abstand zu halten, damit sein Torwart Kai Serve (rechts) den Ball sicher fangen kann.
Artur Kosjatschenko vom SV Göttelborn (links) versucht, Jan Schwindling vom VfB Heusweiler auf Abstand zu halten, damit sein Torwart Kai Serve (rechts) den Ball sicher fangen kann. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
Heusweiler/göttelborn. Im Topspiel der Kreisliga A Theel führte der Tabellenzweite VfB Heusweiler bis zur 80. Minute mit 2:0. Dann startete Spitzenreiter SV Göttelborn eine Aufholjagd – und kam in der Nachspielzeit zum Ausgleich. Von Lucas Jost

Es ist ein Bild, das Bände spricht: Die Mannschaft des SV Göttelborn hat sich zu einer großen Runde formiert. Alle springen im Kreis. „Spitzenreiter, Spitzenreiter! Hey! Hey!“, skandieren die Spieler. Daneben sitzen und liegen die Akteure des Tabellenzweiten VfB Heusweiler auf dem Boden, starren auf den Kunstrasenplatz oder in den wolkenbehangenen Himmel. So richtig glauben kann keiner, was da gerade passiert ist. Der Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A Theel aus Göttelborn hat eine Niederlage in letzter Sekunde abgewendet – und feiert das 2:2 (0:1) wie einen Sieg.


„Die Enttäuschung überwiegt. Klar“, schnauft Heusweilers Abwehrrecke Daniel Rodenbusch. „Aber was die Zuschauer heute gemacht haben, war einfach geil. Ich hatte selten so Gänsehaut bei einem Torjubel“, betont der 29-Jährige. Knapp 250 Zuschauer verfolgten am Sonntag das Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer und dem Verfolger im Stadion am Wittum in Heusweiler, in dem Rodenbusch die Gastgeber mit einem platzierten Freistoß nach 37 Minuten mit 1:0 in Führung brachte. Während Göttelborns Torhüter Kai Serve bei Rodenbuschs Schuss nur hinterherschauen konnte, parierte er elf Minuten zuvor einen Freistoß von Heusweilers Spielertrainer Alexander Bick aus ähnlicher Position.

Sekunden zuvor glänzte auf der anderen Seite Heusweilers Schlussmann Michael Hofmann bei einem Schuss des Göttelborners Nils Zimmer, der zentral im Strafraum vor ihm aufgetaucht war. Ein paar Minuten später traf Zimmer aus ähnlicher Position den Ball nicht richtig.



Nach dem Seitenwechsel vereitelte der Pfosten die dritte große Chance für den SV Göttelborn. Stattdessen legten die Gastgeber nach. Stürmer Alexander Ewen ließ in der 50. Minute an der Grundlinie zwei Göttelborner Verteidiger stehen und legte überlegt zurück auf Christian Becker, der den Ball ohne Mühe zum 2:0 ins Tor einschieben konnte.

Danach sah es lange so aus, als könnte der VfB Heusweiler den Vorsprung über die Zeit bringen und damit den SV Göttelborn von der Tabellenspitze verdrängen – bis VfB-Akteur Paul Busch wegen Foulspiels nach 78 Minuten die Gelb-Rote Karte sah. Drei Minuten später verwandelte Göttelborns Kapitän Jan Groß einen Foulelfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer. Kurz darauf klatschte ein Freistoß von ihm gegen den Pfosten. Die Führung der müde wirkenden Gastgeber wackelte vehement.

In der zweiten Minute der Nachspielpielzeit war es dann so weit. Wieder war Groß der Ausgangspunkt. Er brachte den Ball von der linken Seite in den Strafraum. Die Abwehr des VfB Heusweiler konnte die Situation nicht klären. Göttelborns Mittelfeldspieler Michel Noß fiel der Ball vor die Füße. Der 21-Jährige zog direkt ab – und traf zum 2:2-Endstand.

„Wir haben alles reingelegt. Genau dafür kämpfen wir die letzten Monate. Wir wollen aufsteigen. Genau dafür schaffen wir“, sagt Göttelborns Torschütze Groß: „Was wir in der zweiten Halbzeit hingelegt haben – da war der Ausgleich einfach verdient. Das war ein ganz wichtiger Punkt.“ Heusweilers Torschütze Rodenbusch sah es trotz des bitteren Endes positiv. „Wir haben nach wie vor einen Punkt Rückstand auf Göttelborn. Wir haben es geschafft, den Abstand beizubehalten. Wenn wir die restlichen Spiele mit dem Engagement bestreiten wie heute, dann ist noch alles möglich. Und wenn wir Zweiter werden, gehen wir über die Relegation“, erklärt er.