Verein gegen Windräder im Fröhner Wald sucht Mehrheiten

Verein gegen Windräder im Fröhner Wald sucht Mehrheiten

Windräder im Fröhner Wald machen uns krank – behaupten die im Verein organisierten Gegner und sind mit einem offenen Brief ins Jahr und den weiteren Kampf gestartet, was aber auch Kritiker der Kritiker auf den Plan ruft.

Neues Jahr, alter Kampf: Der aus einer Bürgerinitiative gegen die Windräder im Fröhner Wald (Holz und Riegelsberg ) hervorgegangene Verein "Fröhner Wald - für Mensch und Natur" hat in einem langen Brief an kommunale Gremien und Politiker seine Ansicht dargelegt: Da Windräder die Gesundheit beeinträchtigen würden, gehörten sie mindestens zwei Kilometer vom nächsten Haus weg - was darauf hinaus liefe, dass sie im gesamten Regionalverband nicht gebaut werden könnten.

Die im Kooperationsrat des Regionalverbandes anstehende Abstimmung, ob der Mindestabstand ("Vorsorgeabstand") von 650 auf 800 Meter erhöht werden soll, kommt dem Anliegen des Vereins daher im Prinzip nur unzureichend entgegen.

Vorstandsmitglied Horst Siegwart, Verfasser des Briefes, sieht allerdings schon einen Sinn darin, Partei um Partei und Kommune um Kommune für das Anliegen des Vereins, der nach eigenen Angaben über 500 Mitglieder und Gönner hat, zu interessieren. "Wir wollen unser Pflänzchen in andere Räte tragen", also auch andere Kommunen sensibilisieren, so Siegwart, der sich sicher ist, den Zuspruch von FDP und Linken in Riegelsberg zu haben. Im Heusweiler Rat ist die FDP unmissverständlich gegen die Windräder , SPD und CDU möchten gutachterlich geklärt wissen, ob die Windkraftanlagen gesundheitlich unbedenklich sind.

Die CDU im Gemeinderat bringt auch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen ins Spiel. Es sei besonders darauf zu achten, dass Räder nur dort platziert werden, "wo sie möglichst wenig Beeinträchtigungen und im Verhältnis hierzu einen möglichst großen energetischen Ertrag bringen", so Fraktionsvorsitzender Manfred Schmidt (Der mögliche Investor MontanWind macht den Bau von einer eigenen Wirtschaftlichkeits-Prüfung abhängig). Das Verhältnis von Ertragserwartung (Wind) zu Beeinträchtigung (Gesundheit, Landschaftsbild und Naturinanspruchnahme) sei bei Fröhner Wald und auch beim geplanten Windpark Eiweiler "äußerst schlecht". Man sollte sie also allenfalls dann aufstellen, "wenn sich herausstellen sollte, dass die Ausschöpfung der Flächen in windhäufigeren und dünner besiedelten Gebieten nicht ausreicht".

Scharfer Gegenwind

Der offene Brief hat auch Gegenwind entfacht. Dr. Volker Christmann, CDU-Anführer im Gemeinderat Riegelsberg , wirft dem Verein in scharfem Ton vor, mit seinen Warnungen vor Gesundheitsgefahren (vor allem durch Schall) Propaganda statt Informationen zu liefern, Quellen einseitig zu zitieren und bewusst Ängste zu schüren. Unter anderem heißt es da: Nach Messungen des Umwelt-Amtes Baden-Württemberg von 2013 "verschwindet das Infraschallsignal einer WEA in etwa 700 Meter Entfernung im Hintergrundrauschen der Umgebung und ist nicht mehr nachweisbar." Und: "Der ständige Hinweis auf vermeintliche Gesundheitsgefährdungen schürt lediglich die Angst vor einem Phänomen, das . . . nicht wahrnehmbar ist. Und wenn die Angst denn erst mal geschürt ist, kann man sie natürlich gut instrumentalisieren." Im Gegenzug wirft nun wiederum der Verein Christmann im harschen Ton vor, nicht auf dem neuesten Stand zu sein.