Thomas Redelberger (CDU) bleibt Bürgermeister von Heusweiler

55,6 Prozent bei Stichwahl : Start-Ziel-Sieg für Thomas Redelberger in Heusweiler

Amtsinhaber verteidigt bei der Stichwahl mit 55,6 Prozent den Chefsessel im Rathaus.

Thomas Redelberger (CDU) bleibt Bürgermeister von Heusweiler. Er setzte sich in der Stichwahl am Sonntag mit 55,6 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Stefan Schmidt (SPD) durch, der auf 44,4 Prozent kam. In Zahlen: Für Redelberger stimmten 4430 Wählerinnen und Wähler, für Schmidt 3537, ein Vorsprung von 893 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,2 Prozent.

Im ersten Wahlgang vor 14 Tagen hatte Redelberger 48,4 Prozent erhalten, Schmidt 31,0. Für die freie Kandidaten Petra Frevel hatten 13,2 Prozent gestimmt, für den Kandidaten der Linken, Horst Saar, 7,4 Prozent. Da keiner der beiden Ausgeschiedenen eine Wahlempfehlung ausgesprochen hatte, war die große Frage, wie sich die rund 20 Prozent, die einen der beiden ausgeschiedenen Kandidaten gewählt hatten, jetzt entscheiden würden.

Als der erste Stimmbezirk (Numborn) ausgezählt war, ging ein Raunen durch die knapp 100 Menschen im Heusweiler Rathausfestsaal: 80,3 Prozent hatten für Redelberger votiert, 19,7 für Schmidt. Doch dann trafen die Ergebnisse aus Holz ein, traditionell eine SPD-Hochburg. Schmidt holte Zug um Zug auf, lag bei 46,2 Prozent, Redelberger „nur noch“ bei 53,8. Für Horst Saar stand dennoch fest: „Das ist durch, Redelberger macht’s.“

Erwartungsgemäß punktete Redelberger in seinem Heimatort Niedersalbach, wo er 62,3 Prozent holte (Schmidt: 37,7). Um 18.21 Uhr waren 23 der 25 Heusweiler Stimmbezirke ausgezählt. Redelberger stand bei 54,4 Prozent, Schmidt bei 45,6. „Das müsste reichen“, meinte Jörg Schwindling, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Heusweiler. Doch wie überall, so musste auch in Heusweiler noch das Ergebnis der Briefwahl abgewartet werden. Das dauerte fast eine Stunde. Redelberger wirkte nervös, tigerte auf und ab, aufmunternde Zurufe seiner Wähler bekam er gar nicht mit. „Der ist voll im Tunnel“, meinte einer. Auch Wolfgang Raber, der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Niedersalbach, konnte Redelberger kein Lächeln entlocken, als er sagte: „Briefwähler sind in der Mehrzahl ältere Menschen, das könnte tendenziell gut für Thomas sein.“

Als dann das vorläufige amtliche Endergebnis auf die Leinwand projiziert wurde, löste sich Redelbergers Anspannung, er feierte seinen Sieg mit einem Luftsprung. Einer der ersten Gratulanten war Stefan Schmidt. Der SZ sagte Schmidt: „Im ersten Moment bin ich natürlich enttäuscht, aber auch stolz, dass ich den Abstand so stark verkürzen konnte. Ich bin mit Anfang 30 noch jung genug, es ein weiteres Mal zu versuchen. Bis dahin mache ich weiter meine Arbeit im Gemeinderat.“

Thomas Redelberger, alter und neuer Bürgermeister, umarmt  seine Familie. Foto: Fredy Dittgen

Redelberger sagte: „Da alterst du in einer Stunde um fünf Jahre. Dass ich von Anfang an so deutlich in Führung lag, hat die Anspannung nicht gemindert. Es zählt erst das Ergebnis am Schluss.“ Ausschlaggebend für seinen Sieg sei seine Nähe zu den Menschen gewesen, glaubt er. „Sie haben gemerkt, dass ich immer für sie erreichbar bin.“ Gefeiert wurde der Sieg im Niedersalbacher Bürgerhaus.

Mehr von Saarbrücker Zeitung