Teuflischer Abend in Holz

Holz. Wenn im katholischen Pfarrheim der Teufel das Kommando übernommen hat, dann wird die Welt auf den Kopf gestellt. So geschehen am Donnerstag in Holz, wo "Oberteufel" Gerda Grau beim Narrenkarussell der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) St. Josef das Zepter schwang und wo die Hölle los war

Holz. Wenn im katholischen Pfarrheim der Teufel das Kommando übernommen hat, dann wird die Welt auf den Kopf gestellt. So geschehen am Donnerstag in Holz, wo "Oberteufel" Gerda Grau beim Narrenkarussell der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) St. Josef das Zepter schwang und wo die Hölle los war. Resolut wies Gerda Grau Dechant Klaus Leist und alle anderen anwesenden Männer in ihre Schranken und übergab die Macht an diesem Abend an die Krone der Schöpfung: die Frau. So manche große Karnevalsgesellschaft würde sich einen Sitzungspräsidenten wie Gerda Grau wünschen. Als Teufel verkleidet war sie teuflisch gut. Sie kündigte nicht nur alle Büttenvorträge humorvoll an, sondern erzählte zwischendurch Witze, trug Reimreden vor und sorgte für Ordnung. So, als das Publikum mal ein wenig verhalten schunkelte und dafür vom Oberteufel zu einem "Strafschunkler" verurteilt wurde, oder als die Gesangsgruppe "Die Scheiche" nach ihrem lustigen Vortrag nicht schnell genug Platz für den nächsten Auftritt machte und von Gerda Grau angepfiffen wurde: "Hollen aua Kamel und hauen ab!" Gerda Grau war beileibe nicht das einzige Glanzlicht dieser Kappensitzung. Zum Wegschreien komisch war der Sketch "Es Gretel, es Hannsche un es Bärbel" mit Pfarrsekretärin Ursula Karrenbauer, der KFD-Fasendmutter Ursula Christmann und Dechant Klaus Leist (in Frauenkleidern). Treffend formulierte Martena Lüke in ihrer Büttenrede die wahren Gedanken einer Kirchgängerin. Nicht auf die Messe wird geachtet, sondern auf den neuen Hut der Nachbarin. "Verzeih mir lieber Gott, dass ich so bin. Ich möchte jo so gäär andächtig sinn", reimte Materna Lüke. Ganz toll auch die Tanzgruppe um Gabi Antes, Gabi Braun, Martina Ehl, Doris Jost, Sabine Portscheller und Maria Werth, die den Tanz "Jonny Klein mit dem dritten Bein" präsentierte. Zwar las Dechant Klaus Leist in seiner Büttenrede als "Don Emanzo vom Zölibato" den Frauen kräftig die Leviten, doch die lachten nur darüber und erklärten, wie die Welt unter weiblicher Stabführung aussehen würde: Im Jahre 2050 haben die Frauen die Macht in Rom übernommen, erklärte Gerda Huppert. Es regiert dann Päpstin Johanna Paula IV. Kaffeekränzchen lösen Konferenzen ab, der Kirchenhahn wird durch die Kirchenhenne ersetzt und die Bibel neu geschrieben. Ihre Schlussfolgerung: "Die Kirche geht herrlichen, nein weiblichen Zeiten entgegen." Auf diese Zeiten spielten auch die KFD-Frauen mit ihrem Lied "Wenn ich einmal Papst wär" an. "Nach 780 Päpsten hätten wir das Sagen im Petersdom. Das gäbt eine Party dort in Rom!" Party gab es nach der Kappensitzung auch im Holzer Pfarrheim - und zwar bis weit nach Mitternacht.

Auf einen BlickDie weiteren Akteure: Sängerinnen: Klaudia Barrois, Christel Georg, Marlies Hubig, Gerda Huppert, Claudia Laupsien, Materna Lüke, Gabi Müller, Gudrun Stichter, Petra Volz, Ingrid Brill. Tänzerinnen: Annkatrin Braun, Corinna Braun, Moni Mang, Büttenredner: Marlies Hubig, Margret Schmidt. Musik: Manfred Laupsien, Wolfgang Geiger, Technik: Gerritt Kahl. Bühnenbild: Materna Lüke, Marlies Hubig. dg