Steinmetzin Dana Bernert aus Heusweiler kandidiert als Miss Handwerk

Serie Menschen im Regionalverband : Heusweilerin kandidiert als Miss Handwerk

Die 26-jährige Steinmetzin Dana Bernert ist gerne kreativ. Ihre Botschaft lautet: „Mädchen sollen das machen, woran sie glauben.“

Basteln, bauen, malen – das habe ihr schon immer Spaß gemacht, sagt Dana Bernert. Deshalb ist es für die 26-jährige Heusweilerin nur folgerichtig, dass sie heute im Handwerk arbeitet. Als Steinmetzin. Sie liebt ihre Arbeit. So sehr, dass sie nun als Miss Handwerk 2020 kandidiert, einem bundesweiten Wettbewerb mit dem Titel „Germany’s Power People“. Sie sagt: „Ich will andere inspirieren, zeigen, was ich kann. Und ich will Werbung fürs Handwerk machen. Handwerk hat goldenen Boden – immer noch.“ Die Organisatoren des Wettbewerbs werden diese Worte freuen. Die Wahl ist nämlich auch ein Versuch des deutschen Handwerks, dem Nachwuchsmangel zu begegnen. Die Sieger – eine Miss und ein Mister Handwerk – werden im März 2020 in München gekürt.

Im Internet kann jeder für Dana Bernert abstimmen. Gewinnt sie, ist sie für ein Jahr Handwerksbotschafterin. Dann möchte sie auf Messen reisen, Kontakte knüpfen, Erfahrungen sammeln. Freunde, Familie und ihr Freund unterstützen sie. Sie selbst macht viel Werbung für sich, vor allem bei Instagram und Facebook.

Aufgewachsen ist sie in Saarbrücken. Schon in ihrer Kindheit hat sie sich gerne kreativ beschäftigt. Meistens zusammen mit ihrer Schwester. Die beiden haben kleine Hühnerhäuschen gebaut, ein Clubhaus hergerichtet, aus Dosen Laternen gebastelt, Tücher bemalt und vieles mehr.

Nach ihrem Fachabitur für Naturwissenschaft und Umwelttechnik 2012 in Völklingen hat Bernert am Saarbrücker Klinikum am Winterberg ihren Bundesfreiwilligendienst abgeleistet. In der technischen Abteilung unterstützte sie die Handwerker. 2013 kam sie dann in den Betrieb von Jürgen und Martin Blug in Niederwürzbach, einem Ortsteil von Blieskastel, und begann in der Steinmetz-Werkstatt ihre Ausbildung. Seit 2016 ist sie dort Gesellin.

Ihr Chef Jürgen Blug schätzt ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre Energie. Er nennt sie „eine Bereicherung für uns“ und spricht von „Riesenspaß“ bei der Zusammenarbeit. „Ich kann nur hoffen, dass sie dem Handwerk erhalten bleibt“, sagt Blug.

Die Heusweilerin ist froh, dass sie im Betrieb der Blugs gelandet ist. Sie hat auch noch vor, ihren Meister zu machen. Und vielleicht gelingt ihr sogar noch mehr. „Ich hätte Spaß daran, auch mal eine kleine Firma zu leiten“, sagt sie.

Ihre „allerliebste“ Tätigkeit ist das Schrifthauen in Gedenksteine und Urnenplatten – ein Vorgang, bei dem Buchstaben in Stein gehauen werden, entweder mit Knüpfel und Schrifteisen oder mit Presslufthammer und Schrifteisen; abhängig ist das von der Härte des Gesteins. „Es kommt auf jeden Millimeter an“, sagt sie. Aktuell arbeitet sie unter anderem mit Granit, Sandstein und Kalkstein. „Ich liebe Steine.“ Das sei schon als Kind so gewesen. Damals habe sie Edelsteine gesammelt.

Mit ihrer Kandidatur zur Miss Handwerk möchte sie Mädchen motivieren. Ihre Botschaft lautet: „Mädchen sollen das machen, woran sie glauben – und wenn sie sich dabei auch dreckig machen wollen, sollen sie es.“

Dana Bernert wäre nicht die erste Saarländerin, die zur Miss Handwerk gekürt wird. Im Jahr 2011, bei der Premiere des Wettbewerbs, gewann die damals 19-jährige Malergesellin Michaela Lang. Heute ist Lang Meisterin bei „Maler Lang“ – einem Betrieb in Niederwürzbach. Dana Bernert wertet das als gutes Omen.

Die Abstimmung über die Miss Handwerk ist im Internet bis 30. August möglich. Dana Bernerts Profil gibt es unter www.germanyspowerpeople.de/kandidat/dana-natascha-bernert

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