| 12:44 Uhr

Spektakel bei Heusweiler
Rrrrrummmms! Die Sender sind gefallen

Heusweiler, Freitag, 21. September 2018, kurz vor 19.30 Uhr: Schaulustige und ein Team des Saarländischen Rundfunks (SR) beobachten die letzten Sekunden der beiden 120-Meter-Sendemasten des SR. Foto: Fred Kiefer
Heusweiler, Freitag, 21. September 2018, kurz vor 19.30 Uhr: Schaulustige und ein Team des Saarländischen Rundfunks (SR) beobachten die letzten Sekunden der beiden 120-Meter-Sendemasten des SR. Foto: Fred Kiefer
Heusweiler. Viele Schaulustige verfolgten das Niederlegen der 120-Meter-Giganten. Auch das Gitternetz über der A 8 ist jetzt Geschichte. Von Fred Kiefer

Das Wetter hatte es gut gemeint mit Sprengmeister Michael Schneider, der im Auftrag des Saarländischen Rundfunks (SR) die drei ehemaligen Mittelwellen-Sendemasten am Freitagabend, Punkt 19.30 Uhr, zu Fall brachte (unsere SZ-Gesamtausgabe berichtete). Gut meinte es das Wetter aber auch mit der großen Schar Schaulustiger, die dem Spektakel zusehen wollten – von einem sicheren Platz aus auf einer Wiese zwischen dem Heusweiler Hundedressurplatz und Obersalbach. Denn der Wetterbericht hatte eigentlich Regen und Windböen für die Region gemeldet, doch nach einigen Schauern gegen 17 Uhr zeigte der Himmel sein schönstes Gesicht. Je näher der Termin des nur Sekunden dauernden Falls rückte, um so farbenfroher ließ Petrus die Farben leuchten, – schließlich sollten die Wahrzeichen Heusweilers bei (Götter-)Dämmerung ein für allemal beseitigt werden.


Unter die Zuschauer hatten sich auch Intendant Professor Thomas Kleist und weitere SR-Prominente sowie Heusweilers Bürgermeister Thomas Redelberger gemischt. Sie alle konnten unbesorgt zusehen, wie die kleinen Sprengladungen an den Stahltrossen aufblitzten, dann die oberen Teile der Masten wegknickten, ehe sie niederstürzten und den Boden erzittern ließen. Einige Zuschauer klatschten zaghaften Beifall, um die präzise Arbeit des Sprengmeisters zu würdigen.

Wie die Sendemasten bei Heusweiler fielen FOTO:


Kurz nach den beiden großen folgte auch der kleinere, 50 Meter hohe Mast, und so hatte der Sprengmeister innerhalb von drei Minuten alle drei Masten zu Fall gebracht – wenn man mal von den aufwändigen Vorarbeiten absieht.

Nach weiteren Augenblicken konnten Feuerwehr und THW die weiträumigen Absperrungen wieder aufheben, sodass alle ihrer Wege gehen konnten, als sei nichts geschehen – die alten Heusweiler Mittelwellensender waren soeben in die Geschichte eingegangen.

Einen Tag später, am Samstagmorgen um 8 Uhr, wurde auch das tonnenschwere Gitternetz über einem Teilstück der Autobahn 8 entfernt, das einst dazu diente, Autos vor der hier überstarken Senderleistung abzuschirmen. Natürlich war der Abbau dieses großen Faradayschen Käfigs nicht so spektakulär wie das Fallen Sendemasten, und so wurde es auch nur von wenigen Schaulustigen beobachtet. Eine Maschine mit einer überdimensionalen Hydraulikschere kappte das eiserne Netz, so dass es auf die – natürlich gesperrte – Fahrbahn der Autobahn fiel. Nach der gleichen Methode wurden auch die Halte-Stahlseile entfernt. Gegen Nachmittag waren die Arbeiten vollendet, und eine weitere im Saarland einmalige „Sehenswürdigkeit“ war aus Heusweiler verschwunden.

Ein kleines Nachspiel gab es noch für Autofahrer nicht nur durch die bis Sonntagabend dauernde Sperrung der Autobahn: Der Abtransport der Masten-Überreste – die ja nicht liegen bleiben konnten – durch Dutzende Lastwagen sorgte zum Beispiel am Samstagvormittag in der Saarbrücker Straße für ein gewisses Verkehrschaos.

19.30 Uhr: Durch eine gezielte Sprengung von jeweils einem Stahlseil stürzen die beiden 120-Meter-Sendemasten des SR in sich zusammen. Foto: Fred Kiefer
19.30 Uhr: Durch eine gezielte Sprengung von jeweils einem Stahlseil stürzen die beiden 120-Meter-Sendemasten des SR in sich zusammen. Foto: Fred Kiefer
Samstagmorgen: Die Halteseile des Gitternetzes über der Autobahn 8 bei Heusweiler werden mit einer hydraulischen Schere gekappt. Foto: Fred Kiefer
Samstagmorgen: Die Halteseile des Gitternetzes über der Autobahn 8 bei Heusweiler werden mit einer hydraulischen Schere gekappt. Foto: Fred Kiefer
Sekunden nach den großen Masten ist auch der 50-Meter-Mast nach Plan gefallen. Feuerwehrleute begutachten Bruchstücke am Sockel. Foto: Fred Kiefer
Sekunden nach den großen Masten ist auch der 50-Meter-Mast nach Plan gefallen. Feuerwehrleute begutachten Bruchstücke am Sockel. Foto: Fred Kiefer