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Spaß am Verändern

Bruno Lesch (CDU) ist Ortsvorsteher von Niedersalbach. Der 55-Jährige ist erst seit zwei Jahren politisch aktiv. Foto: Andreas Engel
Bruno Lesch (CDU) ist Ortsvorsteher von Niedersalbach. Der 55-Jährige ist erst seit zwei Jahren politisch aktiv. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Niedersalbach. Bruno Lesch ist Späteinsteiger in die Politik, hat sich aber rasch und gut eingearbeitet. In „seinem“ Niedersalbach konnte er in kurzer Zeit schon einiges bewegen. Er lobt ausdrücklich die Mitstreiter, die Dorfgemeinschaft und die Vereine. Fredy Dittgen

Bruno Lesch ist ein Macher. Ein Mann also, der Ideen hat, organisieren kann und anpackt. Eigentlich ideale Voraussetzungen für einen guten Politiker, doch bevor Lesch im Sommer 2014 zum Ortsvorsteher von Niedersalbach gewählt wurde, war er politisch überhaupt nicht aktiv. "Ich war keiner, der oft ins Rathaus ging", sagt er im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung .



Kein Gezänk

Doch Lesch kennt sich mit Menschen und mit Vereinsarbeit aus. Einen solchen Mann brauchte der Ort, als sein Vorgänger August Adams nach der jüngsten Kommunalwahl altersbedingt aufhörte. Wie läuft es seither? "Echt gut! Ich hatte anfangs ja Bedenken, ob alles klappt. Aber ich muss sagen, das Amt des Ortsvorstehers ist für mich eine Bereicherung." Lesch musste zunächst "Ortsvorsteher" lernen. Dafür besuchte er Ortsratssitzungen in anderen Ortsteilen der Gemeinde und war Gast in jeder Gemeinderatssitzung. "Ich gehe da gerne hin und höre genau zu", sagt er. In seinem Ort läuft alles rund: "Parteigezänke gibt es nicht. Ich bin froh, solch einen Ortsrat zu haben, der konstruktiv mitarbeitet."

Lesch meint: "Es ist sinnvoll, nicht nur sein eigenes Denken durchzusetzen, sondern andere anzuhören und bessere Argumente zu übernehmen." In den zwei Jahren seiner Tätigkeit hat er schon einiges bewegt: so wurden Sitzbänke am Südschacht, oberhalb der Dornbuschhütte und am Verbindungsweg zwischen Stockwald und Schillerstraße in Eigenregie des Ortsrates aufgebaut sowie die Sanierung des Toilettenhäuschens am Dorfplatz umgesetzt. Dieser Tage wird mit dem behindertengerechten Umbau der Toilettenanlage im Bürgerhaus begonnen.

Die Ausweisung des Nikolaus-Hubert-Weges, die Integration der Flüchtlinge, die Teilnahme an der Umweltaktion Picobello und die Neuausrichtung der Seniorennachmittage (die Saarbrücker Zeitung berichtete mehrfach) waren weiter Projekte, die Lesch mit seinem Ortsrat umgesetzt hat. "Es macht Spaß, etwa zu verändern. Das ist es, was mich umtreibt, erst recht, wenn man sieht, dass die Veränderungen angenommen werden", so Lesch. An Niedersalbach gefällt ihm besonders, dass man mit der Vereinsgemeinschaft werben und protzen kann. "Wir stehen immer zusammen, wenn es eng wird", sagt Lesch.

Geld klug einsetzen

Diese Vereinsgemeinschaft organisiert Fastnachtsveranstaltungen, Theateraufführungen , Dorfwettbewerbe und Filmabende. Ein Konzert ist in Planung. Stolz ist Lesch auf den Bouleclub, der in der Bundesliga spielt. Stolz ist er auch auf den Angelsportverein, der ein idyllisches Vereinsgelände mit Weiher sein Eigen nennt. Auch die Tennisanlage mit drei Plätzen, Vereinsheim und Tennishalle erfüllt ihn mit Stolz. Aber: "Ich würde mir wünschen, dass der Tennisclub wieder mehr Mitglieder hätte. Mit dem vorhanden Personal ist es schwer, die Anlage zu betreiben." Gedanken macht ihm auch der Fortbestand der Ortsräte: "Wenn es dazu käme, dass die Ortsräte aufgelöst werden, wäre das ein großer Nachteil. Dann kann die Arbeit nicht mehr in diesem Stil weitergeführt werden." Lesch hat noch viel vor: Er möchte, dass die Halbnachtabschaltung der Straßenlampen wieder abgeschafft wird, für die Jugendlichen würde er gerne einen Treffpunkt schaffen, "wo sie im Trockenen sitzen, quatschen, chillen und etwas trinken können", und auf dem Bolzplatz hätte er gerne ein Beachvolleyballfeld. "Das sind alles Visionen, die mit Kosten zu tun haben. Aber wenn ich am Ende des Tages sehe, dass wir das wenige Geld, das zur Verfügung steht, sinnvoll eingesetzt haben, dann bin ich zufrieden."

Zum Thema:

Zur Person Bruno Lesch ist 55 Jahre alt, verheiratet und Betriebsschlosser von Beruf. CDU-Mitglied ist er seit 2013. Politische Mandate bekleidete er vor seiner Wahl zum Ortsvorsteher nicht. Lesch ist Mitglied in allen Niedersalbacher Vereinen und übt seit vielen Jahren im Heimat- und Verkehrsverein das Amt des Organisationsleiters aus. dg