Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:29 Uhr

Lesung in Ludweiler
Spannender Blick in die Welt der Hugenotten

Die Stumm Orgel in der Hugenottenkirche in Ludweiler
Foto: Oliver Dietze
--
Konto: 140056656
Blz: 54051550
Kreissparkasse Kusel.
Steuernummer 040/213/16283

Verv?ffentlichung nur nach vorheriger Honorar-Vereinbarung und mit Namensnennung.

Oliver Dietze, Ottweilerstravüe 27, 66113 Saarbrvºcken, Tel: +49-(0)177-9761996, info@oliverdietze.de
Die Stumm Orgel in der Hugenottenkirche in Ludweiler Foto: Oliver Dietze -- Konto: 140056656 Blz: 54051550 Kreissparkasse Kusel. Steuernummer 040/213/16283 Verv?ffentlichung nur nach vorheriger Honorar-Vereinbarung und mit Namensnennung. Oliver Dietze, Ottweilerstravüe 27, 66113 Saarbrvºcken, Tel: +49-(0)177-9761996, info@oliverdietze.de FOTO: Oliver Dietze
Ludweiler/Heusweiler. Die historischen Romane von Deana Zinßmeister aus Heusweiler haben ein großes Publikum. Ihr neues Buch präsentierte sie in Ludweiler. Von Carolin Merkel

Marliese Blechschmidt-Molitor aus Lauterbach und Maria Keil aus Homburg gehörten am Sonntagmittag zu den glücklichen Fans der aus Heusweiler stammenden Buchautorin Deana Zinßmeister. Nachdem diese den dritten Abschnitt aus ihrem druckfrischen Roman „Der Turm der Ketzerin“ fertig gelesen hatte und aus dem – zahlreichen – Publikum keine Fragen mehr kamen, galt es für die Autorin, Bücher zu signieren und ins Gespräch zu kommen. Für die beiden Damen, die Zinßmeister auch privat kennen, sind ihre Bücher längst kein Geheimtipp mehr. „Ich habe sie alle gelesen, und auch heute wurde das Interesse durch die ausgewählten Passagen bei mir geweckt“, erklärte Maria Keil. Für Blechschmidt-Molitor hat das Buch seinen eigenen Reiz: „Wir in Lauterbach sind katholisch und haben immer ein bisschen Krieg mit den Ludweilern gehabt, weil die so anders sind“, erzählte sie.

Von eben diesem Anderssein im Glauben, von der Flucht, um das blanke Leben zu retten, aber auch von enormer Standhaftigkeit handelt der „Turm der Ketzerin“. Nicht zum ersten Mal entführt Zinßmeister ihre Leserschaft in die Welt der Hugenotten: Vor einem Jahr lernte man ihre Protagonisten in „Das Lied der Hugenotten“ kennen. In der Fortsetzung begegnet der Leser erneut den beiden Kindern des in der Blutnacht verwitweten Jacon Desgranges, Pierre und Magali, beide als Hugenotten geboren, aber im katholischen Glauben erzogen. Der erste Teil ist ein guter Einstieg in die Geschichte, muss aber nicht zwingend vorab gelesen werden. Dazu hatte Karl Werner Desgranges vom Heimatkundlichen Verein Warndt keine Zeit, wie er erklärte. Aber die Fortsetzung hat ihm sehr gut gefallen. „Sicherlich trifft die Autorin das Leben der Hugenotten in ihrem Roman sehr gut“, sagte der Fachmann. Er sei froh, dass das Thema in einem Roman aufgegriffen wurde: „Wir Christen müssen zusammenhalten, gerade aktuell vor dem, was in Nah-Ost passiert. Wir sollten uns immer an unsere Vergangenheit zurückerinnern.“ Besonders stolz war er, dass die Premierenlesung in der einzigen saarländischen Hugenottenkirche, in Ludweiler, stattfand. Bereits voriges Jahr hatte Zinßmeister zur Lesung einen sakralen Raum gewählt, damals die Martinskirche in Köllerbach. Diesmal schien es, als schwebe der Geist ihrer Figuren noch ein gutes Stück weiter im Raum. Doch bevor es an die drei überaus spannenden Passagen ging, ließ es sich Desgranges nicht nehmen, einiges über das Kirchengebäude zu erzählen. Vor allem das Hugenottenkreuz rechts vom Altar beschrieb er in seiner Einmaligkeit.

Ganz so schlicht, wie es der calvinistische Prediger, zu dem der Roman-Pierre nach La Rochelle ging, in seinen Kammern hat, ist der Ludweiler Kirchenraum freilich nicht gehalten. Während sich der junge Mann seinen Studien des Calvinismus widmet, ist seine Schwester Magali eifrig damit beschäftigt, den Beruf des Glasbläsers für Frauen gesellschaftsfähig zu machen – gegen den Widerstand ihres Vaters. Im dritten Appetithäppchen schließlich entführte Zinßmeister die Zuhörer in den Turm – der Blick aufs Leben und vor allem die unfassbare Standhaftigkeit der Isabeau Beron, die an die historische Figur der Marie Durand angelehnt ist, fesselte das Publikum vollends.

Die drei Roman-Ausschnitte zeigten, dass es Deana Zinßmeister auch im neuen Roman gelungen ist, aus spannendem Erzählen und historisch korrekten, in akribischer Kleinarbeit recherchierten Fakten – bei denen es die Autorin übrigens immer wieder an Originalschauplätze zieht – einen Text zu machen, den so schnell keiner aus der Hand legen wird. Moderatorin Monika Jungfleisch konnte Zinßmeister schließlich entlocken, dass „die Geschichte der Hugenotten noch nicht auserzählt ist“. Aber aktuell schreibt Zinßmeister an einem Buch aus einer ganz anderen Epoche.

Lesung in der Hugenottenkirche Ludweiler. Autorin Deana Zinßmeister
Lesung in der Hugenottenkirche Ludweiler. Autorin Deana Zinßmeister FOTO: Thomas Seeber