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Box-Profi Mirco Martin hat den Kopf nicht frei: Schritt nach vorne trotz Kampfabsage

Box-Profi Mirco Martin hat den Kopf nicht frei : Schritt nach vorne trotz Kampfabsage

Die schlechte Nachricht: Box-Profi Mirco Martin steigt am 18. November nicht zum Duell mit Jaba Memishishi in den Ring. Die gute Nachricht: Der Obersalbacher kann sich in Zukunft wesentlich besser auf seinen Sport konzentrieren.

„Es war keine gute Vorbereitung. Ich konnte mich nicht zu 100 Prozent auf den Sport konzentrieren.“ Mirco Martin wollte am 18. November im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern in den Ring steigen. Der Box-Profi aus Obersalbach hatte sich den Georgier Jaba Memishishi als Gegner für einen Aufbaukampf über sechs Runden im Fliegengewicht ausgesucht. Doch daraus wird nichts. Der Saarländer wird in diesem Jahr keinen Kampf mehr bestreiten.

Nachdem zunächst eine Grippe den 25-Jährigen in der Vorbereitung auf das Duell mit Memishishi zwei Wochen lahmgelegt hatte, kam eine Hiobsbotschaft: Bei Martins Mutter wurde Krebs diagnostiziert. Sie wurde operiert. „Ich hatte den Kopf nicht frei“, erzählt die Nummer 28 der unabhängigen Weltrangliste von „Boxrec“: „Da ich mich momentan mental wie körperlich nicht dazu in der Lage sehe, einen guten Kampf zu liefern, und ich an mich selbst hohe Ansprüche stelle, die ich nicht erfüllen kann, habe ich mit meinem Trainer zusammen den Entschluss gefasst, den Kampf in Kaiserslautern abzusagen.“

Wie es weitergeht, steht noch nicht genau fest. Martin und sein Trainer Dominik Junge planen im Januar 2018 „einen kleinen Kampf“. Im Februar oder März soll wennmöglich ein Titelkampf folgen. Dann wird der Obersalbacher wahrscheinlich bei Fächer Sportmanagement unter Vertrag stehen. Aushängeschild des Esslinger Boxstalls ist Vincent Feigenbutz. Der Weltranglisten-21. im Supermittelgewicht wird von Reiner Gottwald von Fächer Sportmanagement betreut.

Martin ist sich mit dem Boxstall über ein Engagement einig. Es geht um einen Dreijahresvertrag, der aber noch nicht unterschrieben ist. Dem Vernehmen nach wird sein Trainer Junge sportlicher Leiter des Boxstalls. Durch die Zusammenarbeit mit Fächer Sportmanagement „kann ich mich auf den Sport konzentrieren“, sagt Martin. Der 25-Jährige ist bisher Teilzeit-Profi. Er arbeitet Vollzeit als Stuckateur. Im Beruf will er kürzer treten: „Ich bin gespannt, wo es mich in meinem Sport hinführen kann, wenn ich konstant auf einem Niveau trainieren kann.“

Bisher sieht sein Alltag in der Vorbereitung auf einen Kampf so aus: Aufstehen um 5 Uhr, dann ein 30 Minuten langer Lauf. Von 7 bis 16 Uhr ist er auf der Arbeit. Danach geht es kurz heim, dann auf die eineinhalb Stunden lange Tour nach Karlsruhe zu Trainer Junge. Eineinhalb Stunden trainieren. Ab ins Auto und zurück nach Obersalbach. Vor 22 Uhr ist Martin nicht zu Hause. Trotz dieser Strapazen besiegte er am 12. August in seinem letzten Kampf den ehemaligen Junioren-Weltmeister Robert Ongoccan von den Philippinen. Es war sein zehnter Sieg im zehnten Profi-Kampf.