Schließung von "Laminate-Park" in Eiweiler wäre nicht nötig, sagt der Betriebsrat

Betriebsrat macht mobil : Verärgerung und Sorgen in Eiweiler

Das Ende von „Laminate-Park“ wurde von langer Hand vorbereitet und wäre nicht nötig, da ist sich der Betriebsrat sicher.

140 Jahre lang hat die Holzverarbeitung das Leben der Menschen im Heusweiler Ortsteil Eiweiler beeinflusst. Jetzt droht diese Ära zu Ende zu gehen. Wie berichtet, hatte die Geschäftsleitung des Bodenbelag-Herstellers „LaminatePark“ im Februar die Schließung des Werks zum Jahresende angekündigt. 230 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Besonders bei den rund 50 Mitarbeitern zwischen 50 und 63 Jahren herrscht große Zukunftsangst.

Zu den Schließungsgründen sagte die Unternehmensleitung im Februar, das Werk in Eiweiler könne wegen des harten Wettbewerbs nicht mehr gehalten werden. Eine Steigerung des Umsatzvolumens, strategische Partnerschaften oder ein Verkauf seien nicht möglich.

Diese Aussage kritisiert der Betriebsrat inzwischen scharf – und er untermauert seine Kritik auch: Der Betriebsrat hat selbst beim Info-Institut Saarbrücken ein Gutachten in Auftrag gegeben, das sich mit dem Wettbewerb, der Geschäftsfähigkeit und den Bilanzzahlen des Betriebs beschäftigte. Die Kernaussage des Gutachtens: Das Absatzvolumen beim Laminat beläuft sich in der Unternehmensgruppe auf nur noch 1,5 Prozent des Gesamtumsatzes. „Das ist verschwindend gering. Die Unternehmensgruppe Tarkett verdient ihr Geld hauptsächlich mit PVC-Produkten. Laminat interessiert die nicht mehr“, so der Betriebsratsvorsitzende Stefan Rau. Für ihn und den freigestellten Betriebsrat Joachim Thoma steht fest: Die Werksschließung kommt nicht von heute auf morgen, sondern sie sei von langer Hand vorbereitet gewesen.

Dabei sei noch im Dezember 2018 bei einer Betriebsversammlung gesagt worden, alles wäre okay. Zudem habe die Geschäftsleitung damals mitgeteilt, dass alle anstehenden Investitionen eingeplant und von den Aktionären bereits genehmigt worden seien. Für Stefan Rau ist heute jedoch klar: „Vor drei Jahren schon hat die Geschäftsleitung entschieden, wir machen hier zu.“

Zementiert worden sei dieser Beschluss durch einen Wechsel in der Geschäftsleitung. Mitten in einer Gewinnzone, wie Rau betont. Das Werk habe im Jahr 2017 Gewinne gemacht, auch für 2018 seien die Zahlen positiv gewesen.

In dieser Phase wurde Geschäftsleiter Patrick Biehler im Werk installiert. „Er wurde uns als externer Berater präsentiert, der dafür da sein solle, den LaminatePark wieder an den Markt zu bringen. Aber natürlich ist dem nicht so. Biehler kam damals schon, um das Werk dicht zu machen. Jetzt wissen wir, warum Aufträge aus Russland nicht angenommen wurden, warum Bearbeitungszeiten für Aufträge drei bis vier Monate dauerten und warum die Herren von Tarkett herumgefahren sind und versucht haben, Absatzkanäle umzusteuern“, so Rau.

Bisher hat die Unterstützung der Politik nichts bewirkt. Der Heusweiler Gemeinderat hatte sich mit einer Resolution für den Erhalt des Werkes eingesetzt, der Wirtschaftsausschuss des saarländischen Landtags hatte die Geschäftsleitung zu einem Gespräch gebeten. „Dort wurden seitens der Geschäftsleitung nur ausweichende Antworten gegeben“, sagt Thoma. Ähnlich der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger: „Die Reaktionen seitens des Konzerns sind meines Erachtens gleich Null.“

Für die Gemeinde sei wichtig, dass in Eiweiler keine Industriebrache entsteht. „Deshalb stelle ich auch mit jeglichem Interessenten, der bei mir aufschlägt, schnellstmöglich Kontakt mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat her, was bisher zwei bis drei Mal passiert ist“, so Redelberger.

Heusweilers Bürgermeister Thomas Redelberger. Foto: Robby Lorenz

Aufgeben will der Betriebsrat nicht. „Wir hoffen darauf, dass jemand aus der Branche kommt und ein Kaufangebot für das Unternehmen unterbreitet“, sagt Thoma. Am 27. Juni steht ein weiterer Gesprächstermin mit dem Unternehmen an. Die Saarbrücker Zeitung hat per E-Mail auch bei der Geschäftsleitung des Werks angefragt, ob es Neues gibt und ob Sozialpläne ausgearbeitet worden sind. Eine Antwort haben wir nicht erhalten.

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