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Rettung für Kinder-Kunst
Rettung für Kutzhofer Kinderbilder?

Auch nach 20 Jahren gut erhalten: Die großformatigen Kinderbilder im Pausengang der ehemaligen Kutzhofer Grundschule zeigen die vier Jahreszeiten, hier das Bild „Winter“.
Auch nach 20 Jahren gut erhalten: Die großformatigen Kinderbilder im Pausengang der ehemaligen Kutzhofer Grundschule zeigen die vier Jahreszeiten, hier das Bild „Winter“. FOTO: BeckerBredel
Heusweiler. Von Arbeiten an der Barbarahalle ist auch der Pausengang der ehemaligen Grundschule betroffen. 20 Jahre alte Wandgemäde aus einem Kunstprojekt sollen geschützt werden. Von Fredy Dittgen

Die Wandmalereien im Pausengang der ehemaligen Kutzhofer Grundschule sollen geschützt werden. Der besondere Schutz wird jetzt notwendig, weil des Barbarahallen-Ensemble, zu dem das frühere Schulhaus gehört, derzeit saniert wird. Dass die großformatigen Kinderbilder nach Möglichkeit erhalten und gesichert werden, beschloss der Gemeinderatsausschuss für Schule und Kultur am Montagabend einstimmig. Den Antrag dazu hatte die SPD gestellt. Claudia Trappmann (SPD) schilderte den Hintergrund dieser Wandmalereien: „Im Pausengang der ehemaligen Grundschule befinden sich vier Wandbilder, die von Grundschülern 1998 im Rahmen eines geförderten Kunstprojektes und unter der Leitung der Riegelsberger Künstlerin Monika Künzel gemalt wurden.“ Es sei dabei ein künstlerisch einmaliger Jahreszyklus entstanden, der die vier Jahreszeiten darstellt, so Trappmann weiter.


Unter dem Titel „Kinder gestalten die vier Jahreszeiten“ hat Monika Künzel sogar ein Buch geschrieben, in dem die Bilder gezeigt werden. Trappmann betonte deshalb: „Es handelt sich um ein künstlerisches Zeitdokument, denn die Kutzhofer Grundschule wurde ja aufgelöst.“ Den Kutzhofern lägen diese Bilder sehr am Herzen, sagte Trappmann. Dies beweise die Tatsache, dass es in den 20 Jahren noch nicht zu Vandalismusspuren gekommen sei.

Doch das Zeitgeschehen hält manchmal Kurioses bereit: Claudia Trappmann hatte nach bestem Wissen und Gewissen Recht mit ihrer Aussage. Aber irgendwann in den vergangenen Tagen – also gerade, als das Thema „Schutz der Bilder“ erstmals seit deren Entstehung vor 20 Jahren aktuell wurde – hat irgendein Zeitgenosse den Namen „Karl“ mit schwarzer Farbe über das Bild „Frühling“ gesprüht – das konnte während der Sitzung noch niemand wissen. Immerhin kann der Schaden dem Vernehmen nach ausgebessert werden. Im Verdacht stehen Jugendliche, die auch die nahe Glastür besprühten und leere und zerschlagene Flaschen zurückließen.



Im Zuge der Arbeiten am Barbara-Ensemble sind auch Umbauarbeiten im ehemaligen Pausengang vorgesehen. Deshalb konnte Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) nicht garantieren, dass die Bilder auch wirklich unbeschädigt bleiben. Dennoch werde man alles tun, um den Erhalt zu sichern, sagte er und geht davon aus: „Das ist ja kein großer finanzieller oder technischer Aufwand.“

Auch Jörg Schwindling (CDU) sprach sich für einen Erhalt des Kunstwerkes aus: „Das ist ja eine Art Wiedererkennung für den Ort Kutzhof, deshalb muss man das unterstützen, wenn es technisch machbar ist.“

Die Wandgemälde – hier das Bild „Sommer“ – entstanden 1998 im Rahmen eines geförderten Kunstprojektes und unter Leitung der Riegelsberger Künstlerin Monika Künzel.
Die Wandgemälde – hier das Bild „Sommer“ – entstanden 1998 im Rahmen eines geförderten Kunstprojektes und unter Leitung der Riegelsberger Künstlerin Monika Künzel. FOTO: BeckerBredel
20 Jahre wurde die Kinder-Kunst in Kutzhof respektiert, jetzt wurde das Frühlings-Bild verschandelt. Gerade hatte der Gemeinderatsausschuss für Schule und Kultur angeregt, die Bilder bei den Umbau- und Sanierungsarbeiten des Barbarahallen-Komplexes schützen zu lassen.
20 Jahre wurde die Kinder-Kunst in Kutzhof respektiert, jetzt wurde das Frühlings-Bild verschandelt. Gerade hatte der Gemeinderatsausschuss für Schule und Kultur angeregt, die Bilder bei den Umbau- und Sanierungsarbeiten des Barbarahallen-Komplexes schützen zu lassen. FOTO: Trappmann