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Rallye durch Ortsteile von Heusweiler

Einmal Rallye-Beifahrer sein : Über 4,5 Kilometer glutheißen Asphalt rasen

Trotz Backofenhitze wollten sich am Samstag viele Rennsport-Fans für den guten Zweck als Rally-Beifahrer versuchen.

Für Patrik Hübgen ist es immer das Größte. Der 29-Jährige aus Kutzhof ist auf den Rollstuhl angewiesen, aber der Sport – insbesondere Fußball und Motorsport – hat es dem jungen Mann angetan. Am Samstagmorgen startete der 7. „Prowin Raceday“ – zum dritten Mal durch Heusweiler Ortsteile. Und zum dritten Mal ist auch Patrik Hübgen dabei. Es nicht nicht einfach für den jungen Mann, in ein Rallye-Auto zu steigen, aber mit dem Uchtelfanger Fahrer Dieter Beck alias Specko versteht sich der Kutzhofer schon seit Jahren bestens – „das klappt“.

Ausrichter der Wohltätigkeits-Rallye auf glutheißem Kutzhofer und Eiweiler Asphalt war das Racing Team des Unternehmens proWIN unter Leitung von Sascha Winter, unterstützt vom ADAC Saarland und dem Motorsportclub (MSC) Schiffweiler. Rund um das Rallyezentrum an der Barbarahalle in Kutzhof röhrte es und roch nach Treibstoff. Auf der 4,5 Kilometer lange Strecke über Stock und Stein über die Feldwirtschaftswege bis Eiweiler und zurück sorgten über 100 ehrenamtliche Sicherheitsleute, die ihren Job sehr ernst nahmen, dafür, dass nichts passiert.

Kern der Veranstaltung ist derWohltätigkeitsgedanke. Alle Einnahmen gehen an karitative Einrichtungen innerhalb der Gemeinde Heusweiler. In diesem Jahr, so Winter, werde das Spendengeld zu großen Teilen für die Beseitigung der Hochwasserschäden in Heusweiler und zur Unterstützung der Hochwassergeschädigten verwendet.

Mindestens zehn Euro zahlten die Fans, die mal im Rallye-Auto mitfahren wollten; und das waren nicht wenige: Lange Schlangen bildeten sich am Registrierungs-Stand. Auf diese Weise, so Winter, seien bei den sechs bisherigen Racedays mehr als 50 000 Euro zusammengekommen (die Einnahmen des aktuellen Rennens müssen noch gezählt werden).

„Super, unbeschreiblich“, war zum Beispiel der Kommentar von Alex aus Pirmasens, der nun schon zum dritten Mal als Rallye-Beifahrer mit von rasenden Partie gewesen war. „Angst gehabt?“ – „Indianer kennen keine Angst“, meinte der braun gebrannte junge Mann.

Sascha Freudenburg aus Rehlingen-Siersburg fährt in seinem Berufs-Alltag für die Deutschen Post in deren neuen Elektro-Transportern. Da scheint es ihm besonders viel Spaß zu machen, aus der Stille des Postwagens ohne Motorengeräusch mal ins urige Rallye-Auto zu steigen. Im Übrigen sei er mit dem Rennsport groß geworden, so Freudenburg, denn seine Onkel haben ihn schon als Kind zu entsprechenden Veranstaltungen mitgenommen. „Ich habe ein paar Tropfen Benzin im Blut“, so Freudenburg .

Rallye-Fahrerin Hanna Ostlender, hier bei einer Pause, war auch für die Wohltätigkeits-Rallye rund um Kutzhof und Eiweiler angetreten. Foto: Andreas Engel
Ein älterer, zu einem Rallye-Rennwagen umgebauter BMW,zieht eine Staubfahne auf der knochentrockenen Strecke hinter sich her. Foto: Andreas Engel
Patrik Hübgen (29) aus Kutzhof war – obwohl auf einen Rollstuhl angewiesen – schon zum dritten Mal als Rallye-Beifahrer mit dabei. Foto: Andreas Engel

Aber nicht alle sind glücklich mit der lautstarken Veranstaltung. Ein unmittelbarer Anwohner am Lagezentrum Barbarahalle, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, meinte, dass zwar für einen guten Zweck gefahren würde, aber der Lärm sei schon beträchtlich störend. Wieder andere halten derartige Veranstaltungen wie Rallyes vor dem Hintergrund der Diskussionen um ständig steigende CO2-Werte für „anachronistisch bis schädlich“, trotz allen gut gemeinten sozialen Engagements der Veranstalter.