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Mehr Klassenräume müssen her
Wohin mit den Heusweiler Grundschülern?

 Erfreulich: Die Zahl der Grundschüler in Heusweiler steigt in den kommenden Jahren deutlich – dafür wird aber auch mehr Platz benötigt. So lautet die Streitfrage: Erweiterung eines bestehenden Standortes oder Neubau?
Erfreulich: Die Zahl der Grundschüler in Heusweiler steigt in den kommenden Jahren deutlich – dafür wird aber auch mehr Platz benötigt. So lautet die Streitfrage: Erweiterung eines bestehenden Standortes oder Neubau? FOTO: dpa / Felix Kästle
Heusweiler. Weitere Klassen werden benötigt. Die CDU plädiert für die Erweiterung der Schule im Ortsteil Dilsburg, die SPD für einen Neubau. Von Marco Reuther

Wie geht es mit den Heusweiler Grundschulen weiter? Eine Frage, die – zumal bei knappen Gemeinderatsmehrheiten – auch ein Politikum ist. Denn es gibt sehr unterschiedliche Ansichten von  Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) und der CDU auf der einen Seite, sowie der SPD und deren Bürgermeisterkandidaten Stefan Schmidt auf der anderen Seite.


Eine Debatte, die allerdings eine erfreuliche Grundlage hat. Denn wie der Schulentwicklungsplan des Saarlandes zeigt, steigt die Zahl der Grundschüler in Heusweiler recht deutlich: Im Vergleich zu 2016 wird es hier im Jahr 2020 fünf Grundschulklassen mehr geben, bis 2022 sogar acht (eventuell sogar mehr, da Neubaugebiete noch nicht in die Schätzung miteinbezogen sind). Die Zahlen bleiben bis 2033 konstant, dann könnten sie wieder leicht fallen, sagt Stefan Schmidt zu den Daten des Bildungsministeriums.

Doch wo soll der zusätzliche Platz herkommen – auch für den steigenden Bedarf an Nachmittagsbetreuung, die an den Standorten Heusweiler-Dilsburg und Heusweiler-Holz aus allen Nähten platzt? Stefan Schmidt, selbst Lehrer von Beruf, und die SPD plädieren für einen Neubau nahe der Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule, also für ein Schulzentrum – auch ein Kindergarten ist in der Nähe. Thomas Redelberger und die CDU wollen es lieber dezentral und insbesondere eine Erweiterung der Grundschule Dilsburg.



Stefan Schmidts Argumentation für den Neubau:  Selbst wenn eine Erweiterung in Dilsburg möglich sein sollte, dann sei die dortige Grundschule nach erfolgtem Umbau zu groß. Zudem müsste die Schule, mit derzeit rund 360 Schülern, im laufenden Betrieb erweitert werden.  Und das Grundstück für den Neubau im Bereich zwischen Schiller-Schule und Awo-Seniorenheim gehöre der Gemeinde bereits, die es vor rund zehn Jahren kaufte, als sie noch darüber nachgedacht hatte, den Sportplatz Wittum dorthin zu verlegen.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Auswirkungen auf die Schule im Ortsteil Eiweiler, die eine Dependance der Schule Dilsburg ist: Bürgermeister Redelberger geht – ganz im Gegensatz zu Stefan Schmidt – davon aus, dass der Schulstandort bedroht ist, wenn es zu einem Schulneubau kommt, denn das Kultusministerium würde in diesem Fall den Standort Eiweiler nicht mehr genehmigen. Das Ministerium selbst sieht es allerdings etwas anders: „Das Thema Dépendance“, sagt die Ministeriums-Pressesprecherin Marija Herceg, „liegt im Verantwortungsbereich des Schulträgers“ – sprich: Das ist dann Sache der Gemeinde, was aus der Schule in Eiweiler wird.

Eine Erweiterung der Grundschule Dilsburg, so Redelberger, sei durchaus möglich: Die Pläne sehen vor, dass der eingeschossige Zwischentrakt abgerissen und zweigeschossig neu gebaut wird, zudem solle das Gebäude zwei verlängert werden. Die neu entstehenden Räume könnten dann als Klassenräume und für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden.

Auf die Größe kommt es übrigens beiden Seiten an, nur mit unterschiedlicher Wertung: Während für Schmidt eine erweiterte Grundschule Dilsburg zu groß ist, sieht Redelberger das durch einen Neubau entstehende Schulzentrum als zu groß an, zumal bei einer möglicherweise problematischen Mischung von Grundschülern und Gemeinschaftsschülern im Umfeld der Schulgebäude.

Und welche der beiden Varianten würde das Bildungsministerium bevorzugen? Die Antwort der Pressestelle: „Um die zusätzlichen Bedarfe an Schulplätzen zu decken, sind beide Varianten geeignet: sowohl die Erweiterung der bereits bestehenden Grundschule Dilsburg als auch ein größerer Ersatzneubau an einer anderer Stelle. Die Entscheidung, welche Lösung die beste ist, trifft der Schulträger.“ Letzterer ist die Gemeinde, die Entscheidung fällt somit der Gemeinderat – der vermutlich auch die jeweiligen Kosten im Blick haben dürfte.