Petra Frevel will erste Bürgermeisterin in Heusweiler werden

Kommunalwahl : Für Lümmelbank und Senioren-Buspreis

Rechtsanwältin Petra Frevel möchte als parteilose Kandidatin erste Bürgermeisterin von Heusweiler werden.

In seiner 745-jährigen Geschichte hatte Heusweiler noch nie eine Bürgermeisterin. Petra Frevel will das ändern. Sie ist in Dilsburg, einem Ortsteil von Heusweiler, geboren und 57 Jahre alt. Frevel, Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Steuerrecht und Familienrecht, ist verheiratet, Mutter dreier Töchter im Alter von 16 bis 19 Jahren, im Kneippverein aktiv, war Presbyterin und zeitweilig Finanzkirchmeisterin der evangelischen Kirchengemeinde. Kommunalpolitisch aufgetreten ist sie noch nie. Auch einer Partei gehört die Kandidatin nicht an.

Warum stürzt sie sich ohne den Rückhalt einer Partei in den aufwändigen und teuren Wahlkampf? „Bürger haben mich angesprochen, dass es Zeit sei für eine unabhängige Person an der Rathausspitze“, sagt sie. Als freie Kandidatin war sie auf mindestens 99 Unterstützerunterschriften angewiesen. Bis zum Stichtag 21. März erhielt sie sogar 121, obwohl sie ihren Hut erst spät in den Ring geworfen hatte.

Frevel glaubt, dass sie als freie Kandidatin politikverdrossene, aber an der Kommune interessierte Menschen zur Wahl bewegen kann. Und sie könne bei einem Erfolg besser agieren  und zeigen, dass sie für die Bürger da ist. Deshalb wirbt sie auf ihren Plakaten mit dem Slogan „Unabhängig – zukunftsorientiert – für Sie da.“ Ihre Wahlkampf-Schwerpunkte liegen in den Bereichen Sicherheit und kommunale Finanzen.

Zum Beispiel sagt sie: „Heusweiler braucht wieder eine Polizeiinspektion, ein Polizeiposten im Rathaus genügt nicht. Nur wo Menschen sich sicher fühlen, leben sie gerne“ (die Entscheidung über Inspektions-Standorte liegt beim Land). Die Gemeinde brauche Einnahmen, deshalb müssten Gewerbegebiete erschlossen werden. Die Zentren dürften nicht veröden, Leerstände müssten beseitigt, Geschäfte angesiedelt werden.

Der örtliche öffentliche Nahverkehr solle für Senioren oder Bedürftige kostenfrei werden, „zumindest soll es einen Seniorenpreis geben“. Auch eine Tafel, wie in Saarbrücken, möchte sie in Heusweiler installieren. Treffpunkte für Jung und Alt will sie schaffen sowie Orte, wo Jugendliche sich aufhalten können. „Unser Jugendzentrum ist nicht gerade einladend.“ Sie will die Jugendlichen mehr in die Gestaltung einbinden. Zudem: An vielen Stellen in der Gemeinde säßen Jugendliche meist auf dem Boden, wenn sie sich treffen. „Warum nicht mehr ‚Lümmelbänke’ wie in Holz?“, fragt sie.

In der Kinderbetreuung will Frevel eine schnelle Übergangslösung, die „Container-Kita“. Denn die bisher erwogenen Erweiterungen oder der Kita-Neubau seien erst fertig, wenn die Kinder im Grundschulalter sind.

Statt der Erschließung neuer Baugebiete möchte sie finanzielle Anreize für Hauseigentümer schaffen, damit sie leerstehende Gebäude renovieren und neu vermieten. Ihre Ideen will sie durch Hausbesuche und Infostände an die Frau und den Mann bringen und plant noch eine Informationsveranstaltung.

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