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Peter Gillo und der Postenschacher im Saarbrücker Schloss

Leserbrief : Angewidert von so viel Heuchelei

Zum Artikel „Postenschacher im Saarbrücker Schloss“ – SZ vom 11. Januar.

Unfassbar, wie lernunfähig unsere Politiker immer noch sind und wie ignorant und selbstherrlich – von der eigenen Machtfülle überzeugt – einfach instinktlos Personalentscheidungen getroffen werden. Der Verbandssprecher Lars Weber der die Versorgung einer Parteifreundin von Herrn Gillo mit einer so abenteuerlichen Begründung rechtfertigten musste, wie ich sie in ähnlicher Form bei der Maaßen-Personaldebatte gehört habe, tut mir schon leid. Wenn man weiß, wie lange Entscheidungen beim Regionalverband dauern, wenn der einfache Bürger betroffen ist, dann ist man von der atemberaubenden Schnelligkeit dieser Personalentscheidung mehr als überrascht. Ein Kollaps des Regionalverbandes sei zu befürchten, wenn die Digitalisierung nicht innerhalb der nächsten vier Monate und noch vor der Kommunalwahl in Angriff genommen wird. Die kleine Zulage der neuen Dezernentin von 1100 Euro pro Monat – ein Schnäppchen für den Regionalverband – muss jedem Aufstocker oder Arbeitnehmer mit Mindestlohn die Zornesröte – und sollte den handelnden Personen die Schamesröte – ins Gesicht treiben. Hierzu passt folgende deftig formulierte Lebensweisheit unserer Altvorderen: „Alle Schweine am Trog fressen.“ Wen wundert es, wenn der Beruf des Politikers nach einer Umfrage ganz unten auf der Werteskala rangiert und die Bürger sich angewidert von so viel Heuchelei abwenden.