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Parasitenbefall im Kindergarten
Acht Krätze-Fälle in Köllertal

 Krätze im Regionalverband Saarbrücken auf dem Vormarsch (Symbolbild).
Krätze im Regionalverband Saarbrücken auf dem Vormarsch (Symbolbild). FOTO: dpa / Henning Kaiser
Heusweiler. Der Befall durch die parasitäre Krätze-Milbe im Regionalverband nimmt zu. Die Verbreitung erfolgt über längeren Hautkontakt. Von Marco Reuther

Acht bestätigte Fälle von Krätze sind in der Kindertagesstätte im Heusweiler Ortsteil Holz aufgetreten, insgesamt werden dort 120 Kinder betreut.  Ausgelöst wird die Erkrankung von den 0,3 bis 0,5 Millimeter großen Weibchen der Krätze-Milben, die sich in die Oberhaut bohren und dort Eier und Kot ablegen, was einen sehr starken Juckreiz auslöst und zu Erkrankungen der Haut führt (Ausschlag, Rötung, Knötchen, Krustenbildung, Kratzspuren). Das extreme Jucken kann dabei, durch allergische Reaktionen, auch an nicht direkt befallenen Bereichen auftreten.


Ein Schreiben des Gesundheitsamtes als Aushang am Eingang der Kita weist die Eltern darauf hin, dass zum einen in der Kita diverse Vorsorge-Maßnahmen getroffen werden, zum anderen aber auch, dass Kinder, Eltern und eventuell auch Geschwisterkinder aus den vier betroffenen Kindergarten- und einer Krippen-Gruppe bei ihrem Arzt vorstellig werden müssen. Der Arzt trifft dann die Entscheidung, ob ein Kind, eventuell auch dessen Angehörige, behandelt werden müssen. Die Kinder der betroffenen Gruppen dürfen die Kita erst mit einem entsprechenden ärztlichen Attests wieder besuchen. In der benachbarten Grundschule sind bisher keine Erkrankungen aufgetreten.

Landläufig ist die Vermutung verbreitet, dass Krätze nur mit unhygienischen Verhältnissen einhergeht, was allerdings nur einer der möglichen Gründe ist: Verbreitet wird der Parasiten-Befall insbesondere dort – auch wenn es „sauber“ ist –, wo viele Menschen zusammenkommen, und zwar durch längeren Hautkontakt, eventuell auch über Textilien, die mit Erkrankten in Kontakt gekommen sind (wobei die Milben ohne Wirt auf Dauer nicht überleben. Und Waschen bei 60 Grad oder 14 Tage in Plastiksäcke packen macht Milben in Textilien den Garaus).



Händeschütteln oder kurzes Umarmen, so Regionalverbands-Pressesprecher Lars Weber, reicht für ein Übertragen der Milben nicht aus.

Die Pressestelle weist zudem darauf hin: „Eine Infektion wird oftmals erst spät erkannt, da die Anzeichen anderen Hauterkrankungen ähneln können. In der gesamten, beschwerdefreien Inkubationszeit von vier bis sechs Wochen ist der Betroffene bereits ansteckend. Deshalb ist die Behandlung auch symptomfreier, enger Angehöriger sehr wichtig.“

Bei gesunden Menschen hält sich die Milben-Population in Grenzen, bei geschwächtem Immunsystem kann es zu einer explosionsartigen Verbreitung kommen.

Die gute Nachricht: Krätze ist zwar unangenehm, aber nicht bedrohlich und kann in der Regel mit nach ärztlicher Anweisung zu benutzenden Salben erfolgreich behandelt werden.