Null Bock auf Winter?

Obersalbach. Damwild, Muffelwild, Fasane und seit neuestem auch eine kleine Herde der vom Aussterben bedrohten Thüringer Waldziegen leben im Obersalbacher Naturpark Kallenborn

Obersalbach. Damwild, Muffelwild, Fasane und seit neuestem auch eine kleine Herde der vom Aussterben bedrohten Thüringer Waldziegen leben im Obersalbacher Naturpark Kallenborn. Aber wie kommen die Tiere mit dem Kälteeinbruch zurecht? Null Bock auf Winter? Nein: "Auf dem 10,5 Hektar großen Areal finden die Tiere auch bei geschlossener Schneedecke ihre Nahrung", berichtet der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Naherholung und des Naturschutzes Obersalbach, Andreas Haberer. Den ganzen Tag stöbern die anmutigen Geschöpfe im Waldboden und finden Eicheln und Bucheckern, knabbern Gras und Baumrinde. Aber natürlich werde beigefüttert, so Haberer. Die umliegenden Bauern spendeten Heu. Die Ziegen freuen sich über zusätzliches Kraftfutter. Und viermal im Jahr bekommen sie, zum Schutz der Menschen, eine Wurmkur verabreicht. Denn die neugierigen Ziegen kommen mit Besuchern in Kontakt. "Vor allem die Kinder müssen geschützt werden", sagt Haberer. Um den Mineralstoff-Haushalt der Tiere zu decken, werden auf dem Gelände auch Lecksteine verteilt. Der Naturpark Kallenborn feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: Vor 45 Jahren nahm er seinen Anfang, denn ab 1965, wurde der Park auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Ferdinand Bossmann eingerichtet. 1973 schlossen sich dann ein paar Obersalbacher zusammen und gründeten den Förderverein. Heute hat er 135 Mitglieder. Das Land gehört der Gemeinde Heusweiler und der Förderverein und die Gemeinde ergänzen sich in der Bewirtschaftung und Pflege des beliebten Ausflugsziels. Besonders stolz ist der Förderverein auf die aus eigenen Mitteln vor drei Jahren gebaute Pflanzenkläranlage.Der Park hat den Besuchern einiges zu bieten, nicht zuletzt eine kleine Ausflugshütte. Sie wird von ehrenamtlichen Helfern und seit kurzem auch von Aushilfskräften bewirtschaftet. Sonn- und feiertags können sich die Wanderer dort nach dem erholsamen Spaziergang im Park stärken. Ferner laden die Weiheranlage, das Feuchtbiotop, die Fasanerie und das Wassertretbecken zum Entspannen ein. Im neuen Jahr habe der Förderverein noch einiges vor. Der Balkon der Hütte muss renoviert werden, ebenso wie die Wassertretanlage, die Fasanerie und eine hölzerne Brücke. Ferner stehen die Zäune der brachliegenden Gehegeflächen auf dem Programm. Unterstützt wird der Naturpark Kallenborn auch durch die Ausbildungs- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft der Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg (ABG). Im Rahmen ihrer Qualifizierung bei der AGB arbeiten einige der Teilnehmer im Naturpark.