Noch gibt es genügend Wohnraum

Sehr froh ist man in der Heusweiler Verwaltung über das große Engagement ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer. Derzeit wird geprüft, ob Flüchtlinge Ein-Euro-Jobs übernehmen können, was rechtlich umstritten ist.

Derzeit leben 115 Flüchtlinge in Heusweiler . Bis Jahresende kommen voraussichtlich 91 dazu. Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU ) geht davon aus, dass es auch ein paar mehr sein könnten und schätzt die Gesamtzahl der dann in Heusweiler lebenden Flüchtlinge auf 240 bis 250. Das berichtete der Bürgermeister auf Anfrage der Linksfraktion in der Gemeinderatssitzung.

Untergebracht sind bis jetzt alle Flüchtlinge in gemeindeeigenen Gebäuden. Man sei aber dabei, weiteren Wohnraum zu sanieren. So im Dorfkrug in Lummerschied, in Obersalbach, in Wahlschied und in der Heusweiler Schulstraße. Es gebe auch viele Angebote aus dem privaten Wohnungsmarkt: "Darunter viele, die wirklich gut sind. Es gibt auch Investoren, die daran interessiert sind, größere Projekte umzusetzen. Hier sind wir in Gesprächen."

Die Integration bedeute einen großen personellen Aufwand. In Heusweiler gebe es aber auch sehr gute Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer, die Familienpartnerschaften übernehmen, Deutschkurse abhalten oder auch nur stundenweise helfen. "Wir haben da ein ähnliches System wie Riegelsberg", sagte Redeberger. Die Integration sei aber nur ein zweiter Schritt: "Davor erfolgt die ganze Verwaltung, Organisation und Koordination, wenn uns die Flüchtlinge zugewiesen werden. Dies alles belastet die Mitarbeiter der Verwaltung enorm. Alle Arbeiten machen sie neben ihrer eigentlichen Tätigkeit. Die Leute gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch, ich sag das ganz deutlich so."

Die Gemeinde habe auch eine "schnelle Eingreiftruppe" gebildet, die aus zwei Hausmeistern besteht und sich "kontinuierlich und ausschließlich um den Wohnraum kümmert, weil wir gesagt haben, es geht jetzt in die Winterzeit hinein". Die Hausmeister hätten zudem die Aufgabe, die Flüchtlinge in der Integration zu unterstützen. "Heilfroh", sei man auch, "die ABG im Boot zu haben." Redelberger fasste zusammen: "Das System, das wir in Heusweiler haben, funktioniert sehr gut, und wir haben noch Wohnraum, um die bis Jahresende erwarteten Menschen unterzubringen."

Hans-Kurt Hill (Linke) regte an, die ABG-Geschäftsführerin Kerstin Halladin in einer Ratssitzung über die Flüchtlingsthematik aus ihrer Sicht sprechen zu lassen. Oliver Luksic (FDP ) schlug vor, dass die Verwaltung Flüchtlinge auf Ein-Euro-Basis im Bauhof mitarbeiten lässt. Redelberger sagte, dass die Kommunen in dieser Frage sehr unterschiedlich handeln: "Püttlingen hat es jetzt gemacht, in anderen Landkreisen wurde darauf hingewiesen, dass es nicht möglich ist." Vor allem versicherungsrechtliche Dinge würden viele Kommunen davon abhalten. Trotzdem denke man auch in Heusweiler darüber nach, Flüchtlinge auf freiwilliger Basis bei Bauhofarbeiten einzusetzen. Beispielsweise im Winterdienst.

Roland Wark (Alfa) wollte wissen, welche Kosten die Gemeinde bis Jahresende in Sachen Flüchtlinge zu tragen habe. Dazu Redelberger: "Genau kann man das jetzt natürlich noch nicht sagen, aber ich denke, dass sie mehrfach sechsstellig sein werden."

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