Niedersalbacher Narren ließen es krachen

Niedersalbach : Schlapp gelacht „sogar“ in Heusweiler

Niedersalbacher Narren machten bei der Sessionseröffnung gekonnt das Beste aus ihrem Zwangs-Umzug.

Nach der Aufführung von „Camping, Koks und Hollywood“ der Kleinen Bühne Niedersalbach (wir berichteten) starteten die Niedersalbacher Narren (NN) – mit fünfstündigem (!) Programm – am Samstagabend in der Heusweiler Kulturhalle in die Session. In der Heusweiler Kulturhalle? Ja. Bekanntlich hatte ein Brand im Bürgerhaus die NN zum kurzfristigen Umzug an die ungewohnte Spielstätte gezwungen. „Eine Premiere in unserer Vereinsgeschichte“, sagte NN-Sitzungspräsident Wolfgang Raber. Denn die Niedersalbacher Narren sind stolz auf ihre bis jetzt 45-jährige Tradition, Faasend nur im eigenen Ort und mit vereinseigenen Akteuren zu feiern.

So kalauerte dann auch der HVV-Vorsitzende Marcus Foster zur Eröffnung: „Als ich geheert hann, mir misse noo Heisweila, war ich geschockt! Ich hann nittmools gewuschd, wo Heisweila is!“ Dem Publikum war es egal, rund 200 Leute in der ausverkauften Halle rasten fünf Stunden lang vor Begeisterung. Das hatten die Stäänkaulsisters (Die Schwestern aus der Steingrube) bei ihrem Karnevalsschlager der Session 2018/2019 wohl vorhergesehen. Denn angelehnt an den Klassiker „Bad, bad Leroy Brown“ von Jim Croce sangen die Sisters (Sibylle Lesch, Désirée Becker und Steffi Andres): „Es ist wieder Faasendzeit. Und das Publikum ist bereit. Jetzt geht unsre Party los. Und der Abend wird famos.“ Dabei servierten die Niedersalbacher Narren in dieser Nacht nur eine Vorspeise auf ihre vier großen Gala-Kappensitzungen im Februar.

Der reimende Sitzungspräsident Wolfgang Raber konnte neben dem Umzug noch eine weitere Premiere verkünden: Mit Conny Kraß und Franziska Kraß gingen erstmals Mutter und Tochter gemeinsam in die Bütt. Ihr frecher Auftritt als Engelchen und Teufelchen kam prächtig an. Etwa als Teufelchen Franziska lamentierte: „Wer einmal ein Kind durch die Pubertät begleitet hat, kann verstehen, warum manche Tiere ihren Nachwuchs auffressen.“

Für einen Kracher sorgten auch Ortsvorsteher Bruno Lesch, Marcus Forster und NN-Chef Karl-Ludwig Andres. Das eingespielte Comedy-Trio zelebrierte diesmal Anglerlatein. Ihre besserwisserischen Dialoge waren köstlich. So als Marcus Forster mit seinem Wissen prahlte: „Bei Fischen kenne ich mich aus. Wale gehöre zu den Säugetieren“, konterte Bruno Lesch: „Jòò, haha, und Karpfe gehöre zu Salzgrumbiere.“

Die NN können nicht nur Sketche und Büttenreden, sondern auch Showtänze. Von den vielen Showtanzgruppen der Niedersalbacher Narren durften diesmal die NN-Lions mit einem mitreißenden Lady-Gaga-Potpourri sowie die NN-Friends mit einem Tanz der Bauarbeiter beweisen, wie kreativ ihre Trainerinnen und Kostümbildnerinnen Jahr für Jahr sind.

Den musikalischen Abschluss bilden seit einem Jahrzehnt die Söhne Salbachs. Bürgermeister Thomas Redelberger, Bruno Lesch, Karl-Ludwig Andres, Jürgen Kraß und Michael Bähr rissen das Publikum mit Stimmungsliedern, wie „Schwarze Natascha“ und „Was für eine geile Zeit“ im wahren Sinn des Wortes von den Stühlen.

Die Termine der Gala-Kappensitzungen: Freitag, 15. Februar, Samstag, 16. Februar, Freitag, 22. Februar, Samstag, 23. Februar. Der Kartenvorverkauf beginnt Mitte Dezember bei den Niedersalbacher Vereinsvorsitzenden und bei Tabak Mariani in Heusweiler.

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