Nick Kassner produziert einen Fußballpodcasts und einen übers Saarland

Menschen im Regionalverband : Der Podcast-Pionier aus Heusweiler

Nick Kassner hört in der Freizeit ständig Internetbeiträge zum Herunterladen. Als Produzent hat er ein großes Ziel.

Als er das erste Mal ein Podcast hörte, wusste Nick Kassner (43) noch nicht, was das ist. Damit war er nicht allein. Podcasts, also digitale Medienangebote zum Herunterladen und Hören wann und wo man möchte, waren noch nicht so verbreitet. Das war 2010.

Inzwischen ist das Podcasting Nicks größte Leidenschaft: „Ich höre in meiner Freizeit nonstop Podcasts: beim Einkaufen, beim Sport und sogar beim Fernsehen“, sagt der Wahl-Heusweiler. Schnell stellte er fest, dass nicht nur Profis Podcasts machen. Also wollte auch er welche produzieren. Nicks erster Gedanke: Er wollte regelmäßig über Fußball sprechen. Ein Podcast über Borussia Neunkirchen war naheliegend, denn Kassner mag den Traditionsverein aus der Saarlandliga.

Es kam ein bisschen anders: 2015 startete der „Hörfehler“, ein Podcast über Punkrock, Fußballvereine und Fan-Belange. Nach einigen Folgen und Gästen entwickelte der Podcast erst sein heutiges Profil. Damals habe es vielleicht fünf Fußballpodcasts gegeben, sagt Kassner, heute seien es Hunderte.

Vom Podcasting leben kann der gelernte Industriemechaniker nicht. Das soll sich ändern. Dafür müsste der „Hörfehler“ noch mehr Leute erreichen. Einzelne der knapp 55 bisher erschienenen Folgen seien rund 1000-mal heruntergeladen worden. Das mit Abstand größte Interesse weckte die Aufnahme eines Gesprächs über den TSV 1860 München und dessen wechselhafte Geschichte. Kassners Podcast soll werbefrei bleiben, deshalb ist er auf Spenden angewiesen.

Podcaster sind bestens vernetzt, laden sich häufig gegenseitig als Gesprächspartner zu einem Thema ein. Auch Nick macht das so. Allerdings ist die Szene im Saarland klein. „Schade“ findet, Nick, der vor 20 Jahren der Liebe wegen ins Saarland zog, denn „hier gibt es viel Potential“.

Einen ersten Schritt hat Kassner bereits unternommen. Sein zweiter Podcast heißt „erzähl mo“. Und wie der Name schon verrät, spricht er darin mit spannenden Menschen aus dem Saarland.

Auf die Gespräche bereitet der 43-Jährige sich nicht vor. Stattdessen überlegt er sich, was den Hörer interessieren könnte. „Was soll ich da mit irgendwelchen Kennerfragen kommen? Dann verstehen die Hörer ja nichts.“ Beim „erzähl mo“-Podcast gestaltet es sich für Nick zunehmend schwieriger, weitere Gesprächspartner zu bekommen. Viele hätten noch Bedenken, lange über ein Thema zu sprechen oder ihre eigene Stimmen zu hören. Mit der zunehmenden Verbreitung von Podcasts wandle sich das aber. „Zum Glück“, sagt Kassner.

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