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Neuer Solarpark der Bürger-Energiegenossenschaft Köllertal

Photovoltaik : Der Bau war ein Wettlauf gegen die Zeit

Neuer und größter Solarpark der Bürger-Energiegenossenschaft Köllertal auf Dächern eines Heusweiler Unternehmens.

Die Bürger-Energiegenossenschaft Köllertal (BEG) mit Sitz in Püttlingen hat in doppelter Hinsicht Neuland betreten: Zum einen ist ihre bisher größte Photovoltaik-Anlage (PV) in Betrieb gegangen, zum anderen ist es das erste Mal, dass kein „kommunales Dach“, wie bei Schulen oder Rathäusern, sondern ein Unternehmen sein Dach zur Verfügung gestellt hat: Rund 1200 Solarpaneele sind nun auf den Hallendächern der Bauunternehmung von Jörg Mölter im Handwerkerpark Heusweiler installiert (ehemals Leistenfabrik Euler) und liefern bereits Strom. Die Anlage erreicht 323 Kilowatt-Peak (kWp) – das steht für die unter Standard-Bedinunguen erreichbare Spitzenleistung; mit 300 kWp lassen sich, je nach Haushaltsgröße, etwa 75 bis 100 Haushalte mit Strom versorgen.

Das Projekt ging ausgesprochen schnell über die Bühne, und das musste auch so sein. Erst im Herbst hatte sich der Unternehmer mit der Idee, eine größere PV-Anlage auf den Dächern des Handwerkerparks zu errichten, an die BEG gewandt. Damit das Projekt auch finanziell auf der sicheren Seite steht, so der BEG-Vorstandsvorsitzende Karl Werner Götzinger, sei es auch wichtig gewesen, eine Förderung über das „Grüner-Strom-Label“ zu organisieren: Wer unter diesem Label Strom verkauft, der fördert mit 0,5 Cent pro Kilowattstunde „grüne“ Energieprojekte. So kam es, dass das Solardach in Heusweiler von den Stadtwerken Eichstätt (Bayern) und dem Energiedienstleister „Energiedienst“ gefördert wurde. Die Riegelsberger Firma Mons Solartechnik sorgte für den Anlagenbau.

Das Ganze war ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Anlage musste vor dem 1. Februar laufen, da zu diesem Termin kurzfristige Änderungen im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) in Kraft traten, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Projektes in Frage gestellt worden wäre.

Um die Frist zu wahren, waren die Mons-Techniker bei Wind und Wetter unterwegs – und es regnete viel  –, während die BEG Köllertal bei ihren 278 Mitgliedern innerhalb von zwölf Tagen 400 Anteile platzierte. „Wir hätten auch 600 Anteile ausgeben können, so groß war der Andrang “, schilderte das bei der BEG für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Wolfgang Theobald.

Nervenaufreibend wurde es dann Anfang Januar, als die Nachricht kam,  dass in der Nordsee etliche Container mit Solarpaneelen verloren gegangen waren – doch die noch fehlenden Paneele für das Heusweiler Photovoltaikprojekt schwammen nicht im Meer, sondern erreichten, per Lkw, die Baustelle noch rechtzeitig.

Götzinger freut sich über die flotte Realisierung: „Für den Vorstand der BEG Köllertal ist es bemerkenswert, wie schnell solche Projekte geplant, finanziert, gebaut und in Betrieb genommen werden können.“

Weitere Informationen bei der BEG Köllertal unter Telefon (0 68 06) 4 99 97 53 oder per E-Mail an: info@beg-koellertal.de.

 Geschafft: Auch die zweite Lieferung Photovoltaik-Module schwimmt nicht, wie befürchtet, in der Nordsee, sondern wartet darauf, von Marco Mons und seinen Leuten montiert zu werden.
Geschafft: Auch die zweite Lieferung Photovoltaik-Module schwimmt nicht, wie befürchtet, in der Nordsee, sondern wartet darauf, von Marco Mons und seinen Leuten montiert zu werden. Foto: Karl Werner Götzinger / BEG Köllertal
 Karl Werner   Götzinger      Foto: BEG
Karl Werner Götzinger  Foto: BEG Foto: BEG Köllertal
 Jörg  Mölter   Foto: dg
Jörg Mölter Foto: dg Foto: Freddy Dittgen

www.beg-koellertal.de