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Naturschützer führen hitzige Debatte

Heusweiler. Hoch her ging es im Umwelt- und Naturausschuss des Heusweiler Gemeinderates. Gegner und Befürworter von Beweidungsprojekten im Köllertal lieferten sich einen heftigen verbalen Schlagabtausch. Fredy Dittgen

Der Umwelt- und Naturausschuss des Heusweiler Gemeinderates hat einstimmig dem interkommunalen Projekt "Naturnahes Köllertal" zugestimmt. Allerdings mit dem Zusatz, dass die in Heusweiler bereits bestehenden Projekte ins Gesamtkonzept integriert werden und der Gemeinderat über geplante Projekte stets im Einzelfall neu zu beraten hat. Speziell geht es um Beweidungsprojekte wie in Püttlingen.

In der fast dreistündigen Ausschusssitzung kristallisierte sich heraus, dass solche Beweidungsprojekte in Bachauen auf Heusweiler Gemeindegebiet keine Mehrheit finden würden. So sprachen sich Ulrich Krebs (FDP ), Hans-Kurt Hill (Linke) und mehrere SPD-Mitglieder dagegen aus, Wasserbüffel an den Bachauen anzusiedeln.

Reiner Müller (SPD ) bereitete auch die notwendige Personalisierung eines Lenkungsausschusses und die Rekrutierung vieler ehrenamtlicher Kräfte, die im Projekt "Naturnahes Köllertal" mitarbeiten müssen, Kopfzerbrechen. Gegen die Ansiedlung von Wasserbüffeln sprachen sich der Walpershofer Naturschutzbeauftragte Alban Alt, Peter Thomas vom BUND Köllertal und Steffen Potell vom BUND-Landesverband aus. Alt sagte: "Die Bachauen werden platt gemacht. Das bisschen naturbelassene Fläche, das wir dort haben, sollten wir belassen." Potell plädierte ebenfalls dafür, die Kulturlandschaft Bachaue zu erhalten, statt sie zu besiedeln.

Er brachte mögliches Hochwasser ins Spiel, das nicht nur die Anwohner des Baches, sondern auch die dort weidenden Tier gefährden würde. "Der Natur tut man mit einem Beweidungsprojekt keinen Gefallen", sagte Potell. Der saarländische Tierschutzbeauftragte Dr. Hans-Friedrich Willimzik, der dieses Projekt initiiert hat, widersprach heftig den Ausführungen der Naturschützer : "Dass die Landschaft dort platt gemacht würde, stimmt nicht. Es geht nicht darum, 100 Herdentiere über dieses Gelände zu treiben, um es zu beweiden. Wir reden vielleicht über höchstens zehn Tiere. Und eine Auenlandschaft ist früher auch nicht von selbst entstanden, da hatten die Bergmannsbauern beispielsweise ihre Ziegen und Schafe zur Beweidung hingestellt."

Peter Paulus von der Heusweiler Gemeindeverwaltung versuchte, Bedenken zu beseitigen: "Wir haben überhaupt kein Interesse an einem Beweidungsprojekt am Köllerbach. Da denkt bei uns in der Verwaltung niemand daran." Paulus führte stattdessen auf, welche bestehende Einzelprojekte man in das interkommunale Gesamtprojekt "Naturnahes Köllertal" integrieren könnte, um dadurch möglicherweise an Fördergelder zu kommen. Er nannte den Naturpark Kallenborn, den Gnadenhof in Eiweiler oder andere kleinere Projekte, zum Beispiel an der Neumühle. Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU ) hat in Vorgesprächen mit Bienenzüchtern auch vereinbart, ein Imkerprojekt neu aufzunehmen: So sollen Möglichkeiten geschaffen werden, Wildbienen an den Bachauen anzusiedeln.